Altbausanierung und Energiepolitik

Faching., Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.
Autor: Dipl.-Ing.oec., Dipl.-Betrw.(FH), Ing. Peter Rauch Ph.D.

  • Meta

  • Subscribe


  • Baulexikon-Begriffe



      

    Baustoffkennwerte

    Gewünschten Baustoff eingeben
     

    Baulinks

    Baufirmen & Bauprodukte  


    Bücher von Peter Rauch

    Dachgeschoss ausbauen
    Tauwasser und Mauerfeuchte
    Übersicht und zur Bestellung

    - The Science of Doom
    - Dein Fenster
    - Hypersmash.com

    Сильнейшая защита от всего негатива и опасностей!

    Archive for September, 2013

    Bundestagswahl 2013

    Posted by retep11 on 23rd September 2013

    Die Wahl am 22.09.2013 ist Vergangenheit. Das Wahlergebnis entspricht dem Willen des deutschen Volkes. Yahoo hat die Reaktion nach der Wahl im Internet mit einer Reihe von Kommentaren zusammengefasst.
    Yahoo Reaktionen aus dem Netz zur Bundestagswahl

    In einem Beitrag hatte ich gelesen, dass der Wahlschein mit dem Ausweis nicht abgeglichen wurde. Das gleiche war auch bei meinem Wahlbezirk. Ich hatte die Wahlbenachrichtigung vorgelegt, den Stimmzettel erhalten und nach den Kreuzchen in den Kasten geworfen. Ich hatte meinen Ausweis in der Hand, aber niemand wollte ihn sehen. Das nächste Mal kann ich auch meine Frau zur Wahl schicken. Sie ist ukrainische Staatsbürgerin. Sie wollte gern wissen, wie hier die Wahl erfolgt. Kopfschütteln hat sie das Wahllokal verlassen. Einen weiteren Kommentar möchte ich hier nicht abgeben.

    Posted in Wirtschaftspolitik | No Comments »

    Stromkosten steigen schnell weiter

    Posted by retep11 on 17th September 2013

    Pressemitteilung 67 NAEB vom 17.09.2013

    Alle im Bundestag vertretenden Parteien votieren für die sogenannte âEnergiewendeâ. Der geplante oder gewünschte Ausbau der Windstrom-, Solarstrom- und Biostromanlagen wird prozentgenau für die nächsten Jahrzehnte angegeben. Merkwürdig still wird es dagegen, wenn man nach den Kosten der âEnergiewendeâ fragt. Es gibt nur abwiegelnde und unpräzise Antworten:
    âStrom muss bezahlbar bleibenâ. âDie Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu habenâ. Oder gar der Grünen Politiker Trittin: âDie Umstellung auf Öko-Strom kostet für einen Haushalt nicht mehr als eine Kugel Eisâ. Die Stromverbraucherschutz-Bewegung NAEB e.V. (www.naeb.info) hat die Parteivorstände um Auskunft gebeten, welche Strompreise bei Weiterführung ihrer Energiepolitik auf den Verbraucher zukommen.

    NAEB hat fünf grundsätzliche Fragen gestellt. Von den Bundestagsparteien haben leider nur die FDP und die GRÜNEN geantwortet. Die anderen Parteien haben entweder keine ausreichenden Kenntnisse über die Folgen ihrer Energiepolitik oder sie wollen sich über dieses Thema ausschweigen, das uns nach Angaben von Bundesumweltminister Peter Altmaier in den nächsten 20 Jahren 1.000 Milliarden Euro kosten wird. Wir haben für diese Parteien die Wahlprogramme zur Beantwortung unserer Fragen heran gezogen.

    1. Alle im Bundestag vertretenden Parteien, also auch Ihre Partei, haben für die sogenannte Energiewende gestimmt, einen Umbau der kompletten Stromversorgung durch regenerative Energien, vorwiegend mit Windgeneratoren, Fotovoltaik-Zellen und Biomasse. Kosten und Folgen für dieses ideologisch begründete Großprojekt waren und sind offensichtlich nebensächlich. Die angeblich kaum ins Gewicht fallenden Kosten (Politiker: Pro Haushalt und Monat nicht mehr als der Preis einer Eiskugel) liegen inzwischen bei mehr als 20 Milliarden Euro im Jahr und steigen schnell weiter. Sie wurden mit dem planwirtschaftlichen und unsozialen Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) auf die Stromkunden abgewälzt. Die Strompreise in Deutschland sind dreimal höher als in den USA und fast doppelt so hoch wie in Frankreich. Der Strompreis von Deutschland nimmt weltweit einen Spitzenplatz ein.
    Frage: Welche Strompreise werden wir im Jahr 2020 haben, wenn die Pläne der Bundesregierung weiter laufen? Die Experten von NAEB haben errechnet, dass der Strompreis dann über 50 Cent pro Kilowattstunde liegt. Können Sie das bestätigen?

    Die beiden eingegangenen Antworten wie auch die Parteiprogramme zeigen, dass die sogenannte Energiewende ohne jede wirtschaftliche Analyse vorangetrieben wird. Es werden noch nicht einmal ansatzweise die Stromkosten errechnet, die nach den Ausbauplänen der regenerativen Stromanlagen und den festgesetzten EEG-Einspeisevergütungen leicht zu ermitteln sind.

    2. Offshore Windparks sollen das Rückgrat der zukünftigen Energieversorgung werden. Strom aus diesen Anlagen kostet einschließlich des Transportes an Land etwa 20 Cent pro Kilowattstunde und ist damit achtmal teurer als Strom aus Braunkohlekraftwerken. Die Leistung schwankt zwischen Null (bei Windstille oder Sturm) und 100 Prozent bei Starkwind. Daher kann Offshore Windstrom kein einziges Kraftwerk ersetzen, sondern nur ergänzen und die Erzeugerkosten in die Höhe treiben.
    Frage: Wie wollen Sie mit dem teuren und unzuverlässigen Offshore Strom eine sichere und bezahlbare Stromversorgung erreichen? Wie kann unsere Industrie konkurrenzfähig bleiben mit den Kosten von Offshore Strom, wenn z.B. in den USA verlässlicher Industriestrom 6 Cent pro Kilowattstunde zu haben ist?

    Alle Parteien stützen und fördern die extrem teure Offshore Stromerzeugung. Es wurden keine Aussagen gemacht oder gefunden, wie man mit diesen Anlagen zu einer sicheren und bezahlbaren Stromversorgung kommen kann.

    3. Gegen den Bau von Windparks in den Wäldern der deutschen Mittelgebirge, in Naturschutzparks und neben Wohnsiedlungen haben sich inzwischen weit über 200 Bürgerinitiativen gebildet, die gegen den Bau weiterer Windparks protestieren. Sie fordern: Keine Windgeneratoren in Wälder und Naturschutzgebiete! Mindestabstand zur Wohnbebauung das Zehnfache der Flügelspitzenhöhe.
    Frage: Schließen Sie sich der Forderung der Bürgerinitiativen an?

    Die Grünen antworten mit einem klaren âNeinâ. âFür die Energiewende müssen diese Opfer gebracht werden.â Die FDP verweist auf das Baurecht und schiebt die Verantwortung den Kommunen zu. In den Parteiprogrammen werden die Forderungen der Bürgerinitiativen nicht unterstützt, sondern sogar abgelehnt.

    4. Der Ausbau der regenerativen Energien hat mehr als 100.000 Arbeitsplätze gebracht, die allerdings über hohe Einspeisevergütungen von den Stromverbrauchern stark subventioniert sind. Andererseits haben die hohen Strompreise viele Betriebe zur Schließung oder Verlagerung in das kostengünstige Ausland gezwungen.
    Frage: Wie viel bisher wirtschaftliche Arbeitsplätze sind durch die steigenden Strompreise und die Energiepolitik in Deutschland verloren gegangen?

    Diese Frage blieb unbeantwortet. Die GRÜNEN weisen zwar darauf hin, dass mehr als 300.000 Arbeitsplätze durch den Bau und Betrieb der regenerativen Stromanlagen entstanden sind. Der Verlust von Arbeitsplätzen durch Schließung der Kernkraftwerke und Verringerung der Produktion in den Gas- und Kohlekraftwerken wurde offensichtlich nicht registriert. Weiter führen die hohen Strompreise zurzeit zu einem Kaufkraftverlust von etwa 20 Milliarden Euro pro Jahr mit schnell weiter steigender Tendenz. Rechnet man einen Umsatz von 100.000 Euro im Jahr für einen Arbeitsplatz, ist dies ein Verlust von 200.000 Arbeitsplätzen. Hinzu kommen die Arbeitsplätze, die wegen der hohen Energiepreise hier nicht mehr wirtschaftlich sind. Dies ist die energieintensive Industrie mit 2 Millionen Arbeitsplätzen, die schon seit einigen Jahren abwandert. Dies alles wird von keiner Partei registriert.

    5. Das EEG ist ein planwirtschaftliches und unsoziales Gesetz. Es bewirkt eine gesetzliche Umverteilung von unten nach oben, von der Masse unserer Bürger mit geringerem Einkommen zu den wenigen Reichen. Die Profiteure des EEG kassieren pro Jahr im Durchschnitt mehr als 20.000,- Euro von ihren ärmeren Mitbürgern.
    Frage: Halten Sie diesen Zustand für angemessen? Wenn nicht: Wie wollen Sie dieses unsoziale Gesetz ändern?

    Alle Bundestagsparteien halten an der planwirtschaftlichen und unsozialen Stützung der Ökostromerzeugung fest. Die FDP will allerdings das EEG durch ein Quotenmodell ersetzen, das Ökostromanteile im Strommix festlegt. Der Ökostrom soll aber weiter bezuschusst werden. Der Verbraucher wird auch durch dieses Modell weiter und immer höher belastet. Die Umverteilung von unten nach oben soll also bleiben. Der soziale Sprengstoff, der in dieser Politik liegt, wird nicht gesehen.

    Die Energiepolitik und die Europolitik aller im Bundestag vertretenden Parteien sind weitgehend vergleichbar und in ihren Belastungen für den deutschen Bürger etwa gleich hoch. Die Verpflichtungen Deutschlands aus der Europolitik können bis auf 1.000 Milliarden Euro steigen. Das Gleiche gilt für die âalternativlose Energiewendeâ. Dies bestätigt auch ein ausführlicher Spiegel-Bericht der letzten Woche. Auch in der Familienpolitik, Lohnpolitik und in vielen anderen Bereichen marschieren die Parteien in einem wachsenden sozialistischen Gleichschritt. Sarkastisch könnte man die vereinten Bundestagsparteien als NSED (Neue Sozialistische Einheitspartei Deutschland) bezeichnen. Die etablierten Parteien geben uns kaum noch eine Wahlmöglichkeit.

    Nur die neu gegründete Partei âAlternative für Deutschlandâ AfD zeigt Wege aus dieser drohenden Verschuldung. Der Euro soll zurückgeführt werden auf eine europäische Verrechnungseinheit. Und die Energiepolitik soll wieder marktwirtschaftlich und sachlich ohne ideologische Scheuklappen ausgerichtet werden, wie es der Vorsitzende der AfD, Bernd Lucke, in einem Exklusiv-Interview mit NAEB dargelegt hat. Nur so wird es gelingen, auch für die regenerativen Energien wirtschaftliche Marktlücken zu erschließen. Wir haben am 22. September die Wahl. Wählen Sie und wählen Sie richtig.

    Hans-Günter Appel
    Beiratsvorsitzender NAEB e.V.

    Posted in Energie- und Umweltpolitik | No Comments »

    Es ist Zeit, den Wahn vom âSchutz des Globalklimasâ zu beenden!

    Posted by retep11 on 16th September 2013

    Dass das Wetter aus menschlicher Perspektive âverrücktâ spielt, sich nicht disziplinieren und zudem nur ungenau vorhersagen lässt, ist eine uralte Erkenntnis und keine Neuigkeit. Doch diese Untugenden scheint nun auch das âKlimaâ an den Tag zu legen, das doch als vom Wetter abgeleitetes statistisches Konstrukt âRuhe und Ordnungâ in das Wetter-Chaos bringen sollte. Lange schien das zu funktionieren, die prognostizierte âErderwärmungâ schritt unaufhörlich voran, bis 1998. Doch seit 15 Jahren streikt die Natur. Die âFieberkurve der Erdeâ steigt nicht mehr, sondern fällt deutlich. Eine Zeit lang wurde dies ignoriert und bestritten, doch nun kann man sich den Fakten nicht länger entziehen. Was ist los mit dem Klima? Warum entzieht es sich plötzlich sich der Vorhersagbarkeit, obgleich von den Klimaexperten immer wieder das Gegenteil behauptet wurde?

    Erinnern Sie sich noch? 2007, vor sechs Jahren, wurde für 2013 eine komplette Schmelze des Nordpoleises vorhergesagt. Nach langer Zeit ergab sich wieder einmal im Norden Kanadas die Chance, mit Schiffen die Nordwest-Passage vom Atlantik zum Pazifik zu befahren. Im letzten Jahr verkündete die NASA eine gigantische Eisschmelze auf Grönland. Es lief alles glatt! Nun meldet die Berliner B.Z. am 9. September 2013 unter der Überschrift âDas eiskalte Comeback der Arktisâ, dass die Eisfläche um den Nordpol im Sommer um 1.600.000 km2 größer geworden sei und 20 Schiffe von Eisbrechern âbefreitâ werden mussten. Kleinlaut gibt die Klima-Expertin Judith Curry nun zu, dass wohl der âEinfluss von Kohlendioxid überschätztâ wurde.
    dass der minimale Anteil von 0,04 Prozent CO2 (Kohlenstoffdioxid) in der Luft absolut nichts mit dem weltweit agierenden Wetter und seinen Temperaturen geschweige denn dem âGlobalklimaâ zu tun hat, dass CO2 kein âKlimagasâ und der ânatürliche Treibhauseffektâ nichts als eine unnatürliche Erfindung, eine unbewiesene Behauptung ist? In alle âKlimamodelleâ wurde weltweit ein automatischer künstlicher CO2-Strahlungsantrieb eingebaut und damit war die âErderwärmungâ ein zwangsläufiges Muss, bis in alle Ewigkeit! Die âKlimakatastropheâ war unausweichlich vorprogrammiert!

    Die Medien als unkritische und willfährige Nachrichtenübermittler
    Der Warnruf âKlimakatastropheâ hätte nie die Resonanz hervorgerufen wie den ängstlichen Klimaschutz-Wahn entfacht, wenn die Medien nicht der einseitigen und politisch erwünschten Wissenschaftspropaganda aufgesessen wären und ihre Rolle als Wächter gegen obrigkeitliche Indoktrination wahrgenommen hätten und kritischer gewesen wären. Sie hätten den Anfängen wehren können, wenn sie den simplen juristischen Grundsatz, auch die andere Seite zu hören, angewandt hätten. Doch sie agierten als Posaunisten, als Verstärker einer neuen Heilslehre namens âKlimaschutzâ.

    Daran hat sich grundsätzlich bis heute nichts geändert, wenngleich die Opposition gegen den wissenschaftlich unhaltbaren âTreibhauseffektâ größer wird und sich alle Klimaprognosen als Flopp erwiesen haben. Die Klimawissenschaft ist eine Rechtfertigungswissenschaft geworden, die sich immer tiefer in Widersprüche verstrickt und glaubt, man würde dies nicht merken. In SPIEGEL Online vom 18. Januar 2013 schrieb Axel Bojanowski: âKlimawandel â Forscher rätseln über Stillstand bei Erderwärmungâ. In SPIEGEL Online vom 28. August 2013 schreibt Axel Bojanowski: âPause beim Klimawandel â Pazifik bremst globale Erwärmungâ. Wird ein Rätsel geklärt, so sieht das nach wissenschaftlichem Erkenntnisfortschritt aus. Doch die Überschriften täuschen und offenbaren eine schon fahrlässig zu nennende naive Leichtgläubigkeit.

    Noch erstaunlicher ist, dass Axel Bojanowski als langjähriger Klimaspezialist nicht selbst über die Widersprüche in seinen beiden Artikel stolpert. Im Januar verbreitet er die Hypothese der NASA, dass die âmöglichen Ursachen des Temperaturstillstandsâ in den Ozeanen zu suchen seien, sich mithin die Umwelt âvorläufig an ganz anderer Stelle erhitzenâ könne. Er dozierte: âOzeane sind der größte Wärmespeicher: In ihren obersten drei Metern halten sie so viel Wärme wie die gesamte Lufthülle der Erde. Die meiste Energie, die Treibhausgase in der Luft zurückhalten, gelangt in die Meere, sie sollten physikalischen Berechnungen zufolge etwa 90 Prozent der Energie schlucken. Die Wärme der Ozeane würde also den besten Indikator für die Klimaerwärmung liefernâ, denn âauch die NASA dokumentiert eine Erwärmung der Meere in den oberen Wasserschichtenâ.
    Ich möchte nicht die peinliche Frage stellen, wie die in der Luft von den Treibhausgasen zurückgehaltene Energie mit welchem Sogeffekt ins Wasser bis in Tiefen unterhalb von 2000 hinabsteigen soll, auch wenn dies âComputersimulationenâ so berechnet haben. Rechenspiele mit dem Computer sind beileibe kein Beweis. Weitaus augenfälliger ist nun die Kehrtwende als angebliche Lösung des Rätsels: âDer Pazifik kühlt die Weltâ. Soll man sich das so vorstellen, dass die Ozeane erst 90 % der Wärme des Treibhauseffektes aufsaugen und sich erhitzen, um dann vom Pazifik aus die Welt zu kühlen? Damit dieser Schwachsinn geglaubt wird, wird vor- oder nachgeschoben, dass es âmit einem Computermodellâ gelungen sei, âdie Klimaentwicklung präzise nachzubildenâ und âgetreulichâ die âLuftströmungen über dem Pazifikâ zu simulieren. Wer widerspricht Computerberechnungen? Wie leicht ist es doch, zuerst den Medien und dann der Masse mit fiktiven Behauptungen einen Bären aufzubinden. Merkt Axel Bojanowski nicht, wie er von den Klima-Experten wie an einem Nasenring durch die Medienarena gezogen wird? Aber zu wessen Belustigung und Nutzen?

    Wie die Wirklichkeit in ihr Gegenteil verkehrt wird

    Es ist kein Problem, eine âGlobaltemperaturâ kreativ nach seinem Wunsch so gestalten, dass eine Behauptung dem Schein nach bestätigt wird. Man macht dies ganz exakt, indem man über die Erde ein Gitternetz mit einer Maschenweite vom 500 km legt. Jedes Planquadrat hat eine Größe von 250 000 km2. Und da mindestens 70 % der Erdoberfläche Meere sind ohne Wetter-Stationen, können deren Planquadrate mit Schätzwerten belegt werden. Diese Praktiken flogen erst auf, als man rückwärts daran ging, das hochmittelalterliche Wärmeoptimum weg zu manipulieren, um eine berühmt-bedrohliche Hockeyschlägerkurve zu konstruieren.

    Obgleich das Maximum der âGlobaltemperaturâ 1998 erreicht und auch vom Britischen Wetterdienst deren Rückgang zugestanden wurde, versuchte ZEIT Online am 6. Dezember 2012 noch die alte âKlimapolitikâ zu retten mit âKlimawandel â Was die Erde heiß machtâ. Fritz Vorholz und Anne Kunze beginnen: âWährend ein neuer Weltklimavertrag beraten wird, heizt sich die Erde weiter aufâ. Die Geschichte beginnt mit âElendes Wachstumâ und endet mit âRülpsende Küheâ und âIllegaler Kahlschlagâ.
    In dem Artikel werden alle Klischees bedient, die man in der Mottenkiste findet. Da heißt es: âMit dem Fleischkonsum wuchs auch die Klimabelastungâ. Klar, im Jahr 1850 gab es eine Milliarde Menschen und heute sind es sieben Milliarden. Ebenso klar, in den gut 150 Jahren âstiegâ die âGlobaltemperaturâ um 0,8ÂC. Und? âRindfleisch ist besonders heikel, weil Kühe das klimaschädliche Methan ausscheiden.â Die Rettung? âZwar leben in den Industrieländern viele junge Menschen vegetarisch, Kantinen bieten âKlimatellerâ an. Doch was liegt auf dem âKlimatellerâ? Etwa das âklimaschädliche Methanâ zum Verzehr? Oder 30 Jahre altes Wetter, statistisch gemittelt und zum vegetarischen âKlimaâ verrührt? Apropos Wetter: Wann wurde jemals die Wetterschädlichkeit von Kohlenstoffdioxid, von Lachgas oder Methan nachgewiesen? Wieso drischt man nur auf die Kühe ein? Auch Elche, Giraffen, Hirsche, Schafe und Ziegen geben bei der Verdauung Methan ab. Aber entscheidend ist: Haben die Methanemissionen keinerlei Einfluss auf die Temperaturvielfalt der Erde, dann erübrigen sich alle weiteren Verdächtigungen, was das âKlimaâ betrifft. Dem statistischen Posthum-Konstrukt âKlimaâ kann nichts mehr gefährlich werden, es ist unumkehrbar âtotâ.

    Bleibt noch der âillegale Kahlschlagâ. Dazu heißt es: âWald speichert Kohlendioxid.â Dies ist falsch: âCâ bedeutet Kohlenstoff und hat mit der Kohle nichts zu tun. CO2 bedeutet richtig Kohlenstoffdioxid. Dann geht es weiter: âWaldvernichtung setzt das Klimagas frei.â Wird ein Wald gerodet, wird eine CO2-Senke vernichtet, denn für Wald ist CO2 ein unverzichtbares Nahrungsmittel. Verrottet ein Baum, dann erst wird CO2 freigesetzt als Nahrung für neue Bäume. Auch den ZEIT-Journalisten müsste die Fotosynthesegleichung bekannt sein. Weiter: âLaut einem aktuellen Bericht der Weltbank fällt Kriminellen alle zwei Sekunden eine Waldfläche von der Größe eines Fußballplatzes zum Opfer.â Wenn das Kriminelle sind, warum fängt man sie nicht und sperrt sie ein?
    Oder ist das nur ein Ablenkungsmanöver? Was ist mit den Kommunen Städten, die in ihren Gemarkungen Planungshoheit haben? Im Rahmen der Bauleitplanung werden für Wohnbebauung, Gewerbeflächen, Straßen täglich riesige Flächen überbaut und versiegelt, so dass keine Vegetation wachsen, kein CO2 der Luft entnehmen, in Pflanzensubstanz einbauen und vegetarische Nahrung erzeugen kann. Nach Zahlen des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen vom 20. September 2012 werden allein in Sachsen täglich 8 Hektar Land, das sind 80.000 m2 oder 8 Fußballfelder überbaut. Jährlich sind das in Sachsen 2.920 Fußball-Felder, wobei das Wort âFeldâ heute wohl nicht mehr zeitgemäß ist. Mit der Versiegelung von Boden werden nicht nur agrarische oder forstliche Wuchsflächen vernichtet, es wird auch in den Verdunstungs- und Wasserhaushalt eingegriffen.

    Nach Schätzung werden allein in der Bundesrepublik Deutschland täglich 90 Hektar oder 90 Fußballfelder überbaut. Jährlich sind das 32.850 Fußballstadien! Wer jegliches Roden von Wald als âWaldvernichtungâ erklärt und pauschal als âkriminellâ abstempelt, der bezeichnet indirekt auch all die Gemeinde- und Stadträte, in deren Hoheitsbefugnis alle Erschließungs- und Bebauungspläne liegen, als âKriminelleâ. An diesem Vergleich zeigt sich, dass der Wahn, das âGlobalklimaâ schützen zu müssen, es aber nicht zu können, weil es dieses gar nicht gibt, zu völlig kuriosen Vorstellungen führen kann. Doch hierzu konnte es nur kommen, weil sich die Bürger nicht von Anfang an ganz energisch gegen den Vorwurf, allesamt âKlimakillerâ zu sein, gewehrt haben.

    Karl Marx und die Emanzipation von der Klimaforschung

    Im Gegensatz zur klassischen Klimatologie, die meteorologische Daten sammelt und statistisch verdichtete, um in Klimaatlanten mittlere Luftdruck- und Temperaturfelder im Rahmen der geographischen Erdbeschreibung zu präsentieren, hat die Klimaforschung gänzlich andere Ziele. Diese sind politischer Natur und konzentrieren sich auf den Versuch, die Einflüsse des Menschen auf den ewigen Klimawandel nachweisen, um ihn dann entsprechend reglementieren und als âKlimasünderâ bestrafen und zur Kasse bitten zu können.
    Die gesamte Beweisführung in der Klimaforschung beruht auf Behauptungen, die mittels Korrelationsberechnungen untermauert werden. Dabei scheut man auch nicht davor zurück, über Scheinkorrelationen Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu konstruieren, bei denen die Natur quasi auf den Kopf gestellt und verdreht wird. Beliebt sind Scheinkorrelationen, bei denen Zusammenhänge bzw. Kausalitäten konstruiert werden, die völlig abwegig sind wie der Nachweis eines Zusammenhanges von Storchennestern und Kindergeburten. Solch eine Schein-Korrelation ist auch die Konstruktion eines Zusammenhangs zwischen dem CO2-Gehalt der Luft und der Lufttemperatur. Da es keinen direkten Zusammenhang, keine Kausalität, für keinen Fleck der Erde gibt, konstruiert man eine âGlobaltemperaturâ und korreliert diese mit einem Einzelwert, dem auf dem Vulkan Mauna Loa auf Hawaii in 3000 m Höhe berechneten Jahresmittel des CO2-Gehalts. Aus einer zufälligen Ähnlichkeit der Kurvenverläufe wird ohne Angabe eines Korrelationskoeffizienten die Behauptung in die Welt gesetzt, dass der Anstieg des Mauna-Loa-Wertes kausal den Anstieg der Globaltemperatur verursacht habe. Dass dies von der Wissenschaft so hingenommen und geglaubt wird, ist erstaunlich.

    Diese Behauptung schien ihre Richtigkeit zu haben, denn bis 1998 konnten die Klimaexperten immer darauf verweisen, dass der CO2-Gehalt steige und folglich mit ihm die Globaltemperatur. Seit nunmehr 15 Jahren scheiden sich die Wege, wird die bisher begangene Konstruktion brüchig und von Tag zu Tag unglaubwürdiger. Doch immer noch scheuen sich viele, den Finger in die Wunde zu legen und diesen wissenschaftlichen Betrug aufzudecken.

    Aber auch auf anderen Gebieten findet man solche methodischen Grenzüberschreitungen, vor allem in Gesellschaft und Politik, wo gerne mit Scheinkorrelationen von Abstraktionen operiert wird. So übte Karl Marx massive Kritik an dem Anarchisten Pierre-Joseph Proudhon (1809-1865) ob solcher Argumentationsketten. Von Proudhon stammt übrigens der Spruch âEigentum ist Diebstahlâ. Er wollte einen âSozialismus ohne Gewaltâ. Zitiert nach Theodor Leuenberger âEmanzipation der Moderneâ (Freiburg, 1976) hat Karl Marx folgenden Vorwurf erhoben: âEr treibt die Abstraktion auf die Spitze, indem er alle Produzenten in einen einzigen Produzenten, alle Konsumenten in einen einzigen Konsumenten zusammenschweißt und den Kampf zwischen diesen beiden chimären Personen sich ausspielen lässt. Aber in der wirklichen Welt wickeln sich die Dinge anders ab.â

    Genau dieser Praktiken haben sich die Klimaexperten bedient. Sie haben die âAbstraktion auf die Spitzeâ getrieben. Erstens haben sie alle Temperaturen dieser Erde in einen Topf geworfen und zu einer âchimären Globaltemperaturâ verdichtet. Zweitens haben sie einen Einzelwert, den CO2-Wert aus Hawaii, zu einem ebenso âchimären CO2-Globalwertâ erhoben. Aus dem Zusammenspiel beider Werte wurde der Song âSpiel mir das Lied von der Klimakatastropheâ komponiert.
    Das Lied stieg auf bis zum UNO-Bestseller, erklomm einen âWeltklimagipfelâ nach dem anderen und steht nun vor einem bodenlosem Abgrund. Ein rascher Absturz würde uns von einem Alptraum befreien, dem Wahn, dem naturgegebenen Klimawandel Einhalt gebieten und die Richtung weisen zu können.

    Und wieder das Potsdam-Institut: âZögern wird teuerâ

    Dies war die Überschrift der Allgemeinen Zeitung Mainz am 13. September 2013 auf eine Pressemitteilung des PIK am Tage zuvor, die lautete: âVerzögerte Klimapolitik könnte kurzfristige Vermeidungskosten verdreifachenâ. Die vom Umweltbundesamt unterstützte Studie der beiden Ökonomen Gunnar Luderer und Ottmar Edenhofer besagt: âWürde eine am 2-Grad-Ziel ausgerichtete internationale Vereinbarung bis 2015 getroffen, könnten kurzfristige Energiepreiserhöhungen auf 25 Prozent begrenzt werden.â Das sind die üblichen Drohungen von Ökonomen, deren Modelle auf Fiktivszenarien aufbauen und die âKlimapolitikâ in noch größere Beweisnot führen sowie zu noch unsinnigeren preistreibenden Maßnahmen nötigen wollen. Hat jemand der staatlich alimentierten PIK-Ökonomen mal ausgerechnet, wie viel Geld nötig ist, um das Wetter nach menschlichen Wünschen umzugestalten?
    Nach Millionen von Jahren würde es doch dem Gerechtigkeitsempfinden der Menschheit nahe kommen zu fordern, die ungerechte Anordnung der Klimazonen auf der Erde umzuändern und das tropische Klima an die Pole, das polare Klima in die mittleren Breiten und das gemäßigte Klima in die Tropen zu verlagern. Das wäre eine praktikable Vorstufe zu mehr âglobaler Klimagerechtigkeitâ, wie sie von der Bundeskanzlerin Angela Merkel seit Jahren gefordert wird, bevor dann in der nächsten Stufe das globale Einheitsklima geschaffen wird. Dies könnte dann den Bedürfnissen des globalen Einheitsmenschen angepasst werden.

    Oppenheim, den 13. September 2013 Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne

    Posted in Energie- und Umweltpolitik | No Comments »

    Energiewende â der lange Marsch in die âGroße Transformationâ

    Posted by retep11 on 6th September 2013

    Oppenheimer Werkstatt für Wetterkunde â Dr. Wolfgang Thüne

    Am 7. April 2011 präsentierte als Beitrag zur Rio+20-Konferenz 2012 der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung âGlobale Umweltveränderungenâ (WBGU) unter Vorsitz von Hans Joachim Schellnhuber, auch Direktor des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, die Empfehlung: âWelt im Wandel â Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformationâ. Darin ist klar zu lesen: âDas kohlenstoffbasierte Weltwirtschaftsmodell ist auch ein normativ unhaltbarer Zustand, denn es gefährdet die Stabilität des Klimasystems und damit die Existenzgrundlagen künftiger Generationen. Die Transformation zur Klimaverträglichkeit ist daher moralisch geboten.â Weiter: âDie Große Transformation ist keineswegs ein Automatismus. Sie ist auf die âGestaltung des Unplanbarenâ angewiesen. Dies ist historisch einmalig.â Und weiter: âUm eine Dekarbonisierung weltweit voranzutreiben, sollte der Staat seine Rolle als Gestalter bewusst wahrnehmen.â Gehen wir wieder absolutistischen Zeiten entgegen?

    Die Transformation funktioniert nicht wie ein Transformator oder Umspanner, mit dem man Wechselspannungen erhöhen oder verringern kann. Transformation bedeutet Umformung und will nichts anderes als einen grundlegenden Wechsel der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung. Das war auch Ziel der 68er Kulturrevolution! Wer das âUnplanbareâ gestalten will, hüllt sich zuallererst in einen unverständlichen Wortnebel. Offenbar hat der, der mit unverständlichen Begriffen âgroße Sprüche klopftâ, in der Politik das Sagen. Doch was bedeutet âTransformation zur Klimaverträglichkeitâ? Wie soll das geschehen? Soll die âEnergiewendeâ die âKlimaverträglichkeitâ befördern? Muss nicht zuerst die Wetterverträglichkeit erhöht werden? Schaut man genauer hin, verletzen diese politischen Kunstbegriffe alle Regeln der logischen Wortbildung.

    âEnergiewendeâ zur âpostindustriellen Gesellschaftâ?

    Der zweite Begriff wurde erstmals von dem französischen Soziologen Alain Touraine im Jahre 1969 geprägt: âLa société post-industrielleâ. Diese Vorstellung orientierte sich offensichtlich an Richard Cautillion, der 1756 eine âRegierung der Naturâ propagierte und eine ökonomische Theorie entwickelte, die glaubte, den Wohlstand der Nationen allein von der Landwirtschaft herleiten zu können. Er wandte sich gegen den Merkantilismus, das vorherrschende Wirtschaftssystem des Zeitalters des Absolutismus. In der grünen Ökobewegung findet sich dieses Gedankengut wieder, das schon bei Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) mit der Parole âZurück zur Naturâ zu finden ist. Rousseau schrieb 1762 seinen âContrat socialâ. Er war einer der wichtigsten Wegbereiter der Französischen Revolution 1789.

    Doch was das mit der âEnergiewendeâ zu tun? Kann man Energie drehen und wenden? Hierzu äußerste sich bereits 1841 Julius Robert Mayer (1814-1878) dahingehend, âdass Energie weder erschaffen, noch vernichtet, sondern nur umgewandelt werden kannâ. Mayer bestimmte das âMechanische Wärmeäquivalentâ und formulierte den âErsten Hauptsatz der Wärmelehreâ. 1847 folgte der âEnergieerhaltungssatzâ von Hermann von Helmholtz (1821-1894). Dies geschah in der Frühphase der âIndustriellen Revolutionâ, die von England ausgehend sich mit der Erfindung der Dampfmaschine von James Watt 1769 über die Welt verbreitete. Im Wort Industrie steckt das lateinische Wort âindustriaâ, das Fleiß und Betriebsamkeit bedeutet.

    Die Energie, die mit der Fähigkeit Arbeit zu leisten ursächlich verbunden ist, ist unverzichtbar für das Funktionieren einer Industriegesellschaft. Energie ist nötig, um einen Körper zu beschleunigen oder um ihn entgegen einer Kraft zu bewegen, um Körper zu erwärmen und um Gase zusammenzudrücken, um elektrischen Strom fließen zu lassen oder elektromagnetischen Wellen abzustrahlen. Pflanzen, Tier und Menschen benötigen Energie, um leben zu können. Energie braucht man auch zum Betrieb von Computersystemen, zur Telekommunikation und für jegliche wirtschaftliche Produktion. Wohin soll uns die âEnergiewendeâ führen? In die âpostindustrielle Gesellschaftâ, die dennoch nicht auf Energie, insbesondere in Form elektrischen Stroms, verzichten kann? Drückt sich hier ein intellektueller Wunschtraum nach Ruhe und Müßiggang in einer âsaturierten Weltâ aus? Was bezweckt die Große Transformation wirklich, was wird verschwiegen?

    Das Karbonzeitalter und die âDe-Karbonisierungâ

    Das Karbon, auch âSteinkohlezeitalterâ oder âZeitalter der Farneâ genannt, umfasste etwa 60 Millionen Jahre, von 360 bis 300 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung. Das damalige Pflanzenwachstum wurde begünstigt von einem etwa 800 ppm betragenden CO2-Gehalt der Luft. Dies ist das Doppelte des heutigen Wertes und mit Sicherheit nicht âanthropogenâ bedingt. Auch gab es einen mehrfachen Wechsel vom Warm- und Kaltzeiten mit erheblichen Schwankungen des Meeresspiegels. Auch hierbei war der Mensch nicht beteiligt! Urwälder wurden also immer wieder von Moränen-Ablagerungen überschüttet, so dass sich dazwischen Steinkohleflöze in mehreren Horizonten bilden konnten. Aus dem Abbau und er Verbrennung der Steinkohle wurde die Energie gewonnen, die zur Entwicklung der Industrien unverzichtbar war. Die bis dahin dominierende Muskelkraft von Mensch und Tieren wurde ins Unermessliche gesteigert. Die das Korn malenden Wassermühlen wie die vom wehenden Wind abhängigen Windmühlen wurden durch kontinuierlich arbeitende Dampfmaschinen ersetzt. Wilhelm Busch (1832-1908) dichtete:
    âAus der Mühle schaut der Müller, der so gerne mahlen will. Stiller wird der Wind und stiller, und die Mühle stehet still. So gehtâs immer, wie ich finde, rief der Müller voller Zorn. Hat man Korn, so fehltâs am Winde, hat man Wind, so fehlt das Korn.â
    Bereits 1885 machte sich Rudolf Clausius (1822-1888), der Entdecker des Zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik, Gedanken über die Energieversorgung und schrieb eine Abhandlung âÜber die Energievorräte der Natur und ihre Verwertung zum Nutzen der Menschheitâ. Unsere Vorfahren waren keineswegs blind und haben nur auf die âgrüne Erleuchtungâ gewartet. Sie haben sich sehr wohl ernsthaft Gedanken über die Ressourcenausstattung der Erde gemacht. Dies war auch Thema des ersten großen internationalen Geologen-Kongresses im Jahre 1913. Dabei wurde auch das âGespenst einer künftigen Kohlennotâ erörtert. Man errechnete, dass alle damals bekannten Steinkohlenlager, bis auf 1800 Meter Tiefe abgebaut, theoretisch noch für 6000 Jahre reichen. Diese Zahl wurde korrigiert auf die wirklich nutzbare Kohle, womit die Reichweite auf 1500 Jahre reduziert wurde. Dies gilt zwar im globalen Durchschnitt, aber nicht für die Kontinente und Länder. Während in den Vereinigten Staaten die Vorräte auf 2000 Jahre geschätzt wurden, so werde vermutlich England schon in 200 Jahren keine Kohle mehr haben.
    Man machte sich 1913 vor jetzt genau 100 Jahren ernsthaft Gedanken um eine âWelt ohne Kohleâ. Man baute keine âKlimakatastropheâ auf, versprach keinen âKlimaschutzâ, versetzte nicht die Welt in Angst und Schrecken, sondern handelte pragmatisch und zielorientiert. Man fragte sich schlicht und einfach: Welche Möglichkeiten bietet die Natur, um den Energiehunger der Menschheit zu stillen? Ganz pragmatisch mit Ingenieurverstand! Vor allem ignorierte man Svante Arrhenius, der bereits 1896 die irrsinnige Hypothese vom âCO2-Treibhauseffektâ in die Welt gesetzt hatte.

    âIn hundert Jahren â Die künftige Energieversorgung der Weltâ

    Dies ist der Titel einer Kosmos-Bändchens, das im Jahre 1931 von Hanns Günther (W. de Haas) veröffentlicht wurde. Er schreibt: âVersuchen wir einmal, uns auszumalen, was âWelt ohne Kohleâ heißt. Vor allem keine Heizung mehr und keine Möglichkeit, zu kochen! Auch nicht mit Gas, das ja gleichzeitig der Kohle entstammt, und ebenso wenig mit Holz, denn unsere Öfen würden alle vorhandenen Wälder in wenigen Jahren fressen. Dann selbstverständlich Unterbindung des Eisenbahn- und Schiffsverkehrs! Aber auch des Verkehrs mit Automobilen und Luftfahrzeugen, denn die Petroleumquellen der Erde sind bis dahin längst erschöpft, und die künstlich erzeugten Treibstoffe entstammen durchweg der Kohle. Weiter würde âKeine Kohle mehr!â für den größten Teil der Menscheit bedeuten: Kein künstliches Licht, denn da es kein Gas und kein Leuchtöl mehr gäbe und die Elektrizität in den meisten Ländern aus Kohle erzeugt wird, kämen wir wieder zu Kienspan und Tranlampe zurück. Das alles wäre aber immer noch erst der Anfang, denn natürlich kämen auch alle Industrien zum Erliegen, für die man Kohle als Wärmequelle oder Rohstoff braucht. â âKeine Kohle mehrâ, heißt also letzten Endes âVerschwinden der Zivilisationâ.â

    Diese 1931 geschriebene Situationsanalyse hat nicht dazu geführt, dass man in Visionen und Utopien geflüchtet ist, sondern konkret nach Möglichkeiten gesucht hat, âdie Kohle aus unserer Energieversorgung auszuschaltenâ, aber sie âmit größtmöglicher Beschleunigung durch andere Energieträger zu ersetzenâ. Es geht um Suche nach dem Ersatz von âEnergieträgernâ! Noch heute ist erstaunlich, mit welch hohem Maß an ideologiefreier Kreativität, an schöpferischer Intelligenz und technischer Innovationskraft man an dieses Problem der Knappheit heranging.

    Welche Alternativen boten sich zu damaliger Zeit â vor 100 Jahren?
    Wenn heute Sachverhalte von Politikern als âalternativlosâ dargestellt werden, ist das eher ein Ausdruck fatalistischer Resignation als ein Zeugnis sachorientierter Problemlösungskapazität. Die Akrobatik mit Kunstbegriffen wie âEnergiewendeâ hilft nicht weiter. Hier können nur kurz die Gedanken umrissen werden, die sich damals kluge Physiker und Ingenieure machten, um das Energieproblem zu lösen. Das Büchlein ist gegliedert in 10 Kapitel:
    Nach âDie Welt ohne Kohleâ folgt âPläne ums Mittelmeerâ: Darin werden Pläne von Hermann Soergel (Panropaprojekt Gibraltardamm) und Pierre Gandrillon (Solares Pumpspeicherwerk im Jordantal am Tiberias-See) näher beschrieben. Als drittes wird die Frage erörtert: âWird es einst Wellenkraftwerke geben?â Hier geht es um die Nutzung der Kräfte von Brandungswellen und der Meereswellen. Daran schließ sich das Kapitel âEbbe und Flut im Dienstâ an. Es wird die Funktion des französischen Gezeitenkraftwerks an der Mündung des Diouris bei lâAberwrach in der Bretagne dargestellt. Zwecks Gewinnung der Gezeitenenergie fand 1930 in Berlin eine Weltkraft-Konferenz statt. Das nächste Kapitel heißt âGefesselte Zykloneâ. Mehr Energie als in den Gezeitenströmungen stecke in der Wärmestrahlung der Sonne, âobwohl unser Wohnstern, der Erde, im Ganzen nur 1/250 000 000 der tatsächlichen Strahlung erhältâ. Auf einem km2 Saharafläche lassen sich â die Nutzwirkung nur mit 10 Prozent angenommen â nicht âweniger als 25 000 Jahrespferdestärken gewinnenâ. Für den 1970 geschätzten Energiebedarf würden bei Ausnützung der Sonnenwärme 40 000 km2 Saharafläche genügen. Bernard Dubos erkannte, dass das richtige Mittel zur Ausnützung der Sonnenwärme der Wind ist und entwickelte ein Windkraftwerk, das zudem die natürliche Temperaturabnahme mit der Höhe ausnutzte. Das 6. Kapitel befasst sich mit âDie Türme des Windesâ, um auch in kälteren Ländern die Windkraft zur Energiegewinnung heranzuziehen, durch Erzeugung senkrechter Luftströme in zylindrischen Türmen. Grund: âDass die alte Windmühle keine brauchbare âWindmaschineâ ist, weiß jeder. Dasselbe gilt für ihre Nachfolgerung, die Windturbine, die man gleichfalls nur als Kleinkraftmaschine gelten lassen kann.â
    Das siebte Kapitel widmet sich den âTropischen Meeren als Wärmequelleâ. Die Überlegungen zur Ausnutzung des Temperaturgefälles zwischen 300-Dampfkessel und 150-Kondensator zwecks Energiegewinnung gehen auf den französischen Physiker Prof. dâArsonval 1881 zurück. Sie wurden weiterentwickelt und schließlich 1926 der Pariser Akademie der Wissenschaften als Projekt âGeorg Claudeâ präsentiert. An der Nordküste Kubas wurde eine Versuchsanlage errichtet. Auch wenn das Projekt scheiterte, so heißt es 1931: âDer Energievorrat, den wir in Gestalt der warmen und kalten Wassermassen der Ozeane besitzen, ist nach der Sonnenstrahlung und der Gezeitenströmung sicher die weitaus größte Energiequelle der Erde.â Dies ist durchaus als Auftrag anzusehen. In dem folgenden Kapitel geht es um die âKraft aus der arktischen Kälteâ. Aufgrund der Überlegung, dass sich aus dem Wärmegefälle zwischen Wasser unter dem Eis und der Luft über dem Eis ähnlich wie zwischen dem Temperatursprung zwischen Oberflächen- und Tiefenwasser in den Tropen Energie gewinnen lasse, entwarf der Physiker Dr. Barjot ein âEiskraftwerkâ. Benötigt wurde ein Stoff, der bei O0 dampfförmig und bei -220 flüssig ist. Hierfür eignet sich âButanâ. Zum Bau eines Barjot-Kraftwerkes ist es nicht gekommen. Das vorletzte Kapitel trägt die Überschrift âUnd die Erdwärme?â Sie wird als Mitgift bezeichnet, âdie die Erde erhielt, als sie sich vor Jahrmillionen von ihrer Mutter, der Sonne, trennteâ. Im Jahr 1912 baute man in der Toskana bei Lardarello ein âVulkankraftwerkâ, das 1916 eine Maschinenleistung von 12 000 Kilowatt erbrachte. Sir Charles Parsons, der Erfinder der Dampfturbine, entwickelte die Idee, wie man die Erdwärme nach heutiger Technik nutzen kann. Dann kommt âDas letzte Zielâ. Es beginnt: âDie Frage nach der direkten Umwandlung von Wärme in Elektrizität beschäftigt Wissenschaft und Technik schon über 100 Jahre, seit Thomas Seebeck (1770-1831) im Jahr 1821 jene Erscheinung entdeckte, die der Physiker kurzweg âThermoelektrizitätâ nennt. Es werden das Thermoelement wie das Brennstoff-Element vorgestellt und dann das âgrößte Problem, das die technische Physik noch zu lösen hat: die Nutzbarmachung der inneratomaren Energie durch künstliche Zertrümmerung der Atomeâ.

    Allein dies ist gelungen: Die friedliche Nutzung der Kernenergie! Die Lektüre dieses vor gut 80 Jahren geschriebenen und allgemeinverständlichen Kosmos-Büchleins ist ein Genuss, aber heutige Energiepolitiker müssten sich schämen. Während unsere Zeit auf einer nicht existenten, ja erfundenen âGegenstrahlungâ eine âErderwärmungâ als âEigenerwärmungâ mit der Gefahr einer globalen âKlimakatastropheâ konstruiert, haben sich frühere Generationen ganz konkret gefragt, wie man die gewaltigen Sonnenkräfte in ihren verschiedensten Formen zur Energiegewinnung nutzen könne. Dabei waren sie extrem ideenreich und vielseitig.

    Nichts schildert die positive Einstellung damaliger Zeiten besser als folgende Worte:
    âDas sichtbare Inventar ist schnell aufgenommen. Lassen wir die Kohlen, das Erdöl, die Flüsse und Wasserfälle beiseite, so kommen in Betracht: die unendlichen Wärmemengen, die von der Sonne her über die Erde fluten, die ungeheure Glut, die unser Wohnplanet als Mitgift seiner Mutter in seinem Innern birgt, die Strömungen im Luftmeer, die wir Winde nennen, der Wellenschlag der Meere, der sich als donnernde Brandung an ihren Küsten bricht, das ewige Steigen und Fallen der Gezeiten, jene gemeinhin Ebbe und Flut genannte periodische Bewegung des Meeresspiegels, die der Mond mit seiner Massenanziehung zustande bringt.â

    In diesen Worten stecken noch ungeheure physikalische und technische Herausforderungen an die Industriegesellschaft! Oder hat deswegen bisher keine einzige Partei Widerspruch gegen den Plan âGroße Transformationâ erhoben, weil alle Parteien das post-industrielle Ökoparadies anstreben? Warum wird dieses revolutionäre Ziel verklausuliert und das Volk im Unklaren gelassen?
    Oppenheim, den 5. September 2013

    Posted in Energie- und Umweltpolitik | No Comments »

     


    Blog Altbausanierung und Energiepolitik | Altbausanierung | Sanierungskosten | Impressum | Design by Andreas Viklund