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 · Hydrophobierung

Beschreibung der Hydrophobierung

Eine Hydrophobierung schützt das Bauteil vor Schlagregen, Spritz- und Tauwasser. Am häufigsten werden dazu Silikonimprängierungen und darauf eine Silikat(farben)schicht verwendet.
Der Vorteil der Siliconbautenschutzmittel besteht darin, dass sie die z.B. die Gesteinssporen nur auskleiden und nicht verschließen, so dass die Wasserdampfdiffusion nur gering beeinträchtigt wird, während seine Wasseraufnahmefähigkeit sehr stark herabgesetzt wird.

Wer Außenbauteile hydrophobieren möchte, muss folgende Punkte bedenken:

  • Das Bauteil kann Feuchtigkeit nicht mehr durch Kapillartransport und Verdunstung nach außen ableiten, vor der Hydrophobierung muss es also völlig ausgetrocknet sein, Material und Schichtenfolge müssen so gewählt werden, dass auch unter extremen Bedingungen niemals Wasserdampf im Bauteil auskondensieren kann.
  • Hydrophobierte Oberflächen erleichtern die Gasdiffusion von Sauerstoff in das Bauteil, sie fördern damit z.B. die Carbonatisierung von Beton und die Korrosion von eingebetteten Stahlbewehrungen; man benötigt dann zusätzlich eine die Kohlendioxiddiffusion sperrende Beschichtung.
  • Altbauwände aus Natursteinen, aber auch alte Ziegelwände enthalten oft Mineralsalze, die mit dem Kapillarwasser an die Bauteiloberfläche transportiert werden; sie reichern sich hinter der hydrophobierten Fläche langsam an und kristallisieren dort aus, wenn auch nur die geringsten Wassermengen im Bauteil vorhanden sind; das kann zu Abplatzungen durch Kristallisationsdruck führen. Vor der Hydrophobierung solcher Wände sind Voruntersuchungen erforderlich.
  • Mechanische Beschädigungen der Hydrophobierungsschicht, Fehlstellen und Risse ermöglichen das Eindringen von Wasser hinter die hydrophierte Schicht, die verstärkt zu Frostschäden in Form von Abblätterung und Absprengungen führt.

Zu beachten ist, dass äußere Bauteile über die Nacht infolge der Abstrahlung abkühlen. Sie benötigen eine Mindestmasse bzw. -dicke, damit die eingespeicherte Wärme eine Abkühlung der Oberflächentemperatur unterhalb des Taupunktes verhindert. Kommt es zur Tauwasserbildung, so ist die Konstruktion so zu wählen, dass möglichst schnell eine Abtrocknung erfolgen kann. Z.B. Sandstein oder Beton sollen daher nicht mit einer Beschichtung versehen werden, damit die Feuchtigkeit ungehindert und schnell entweichen kann. Ist eine Beschichtung erforderlich, so könnte eine dunkle Kalkschlämme mit Kaliwasserglas für eine hohe Sorption sorgen.

Quelle:
Kur, Friedrich; Wohngifte, Handbuch für gesundes Bauen und Einrichtungen, 3. Aufl. Verlag Eichborn, 1993, S. 543
Ettel, Wolf-Peter, Diecker, Wolfram, Wolf, Hans-Dieter; Bautenschutztaschenbuch, 2. Aufl. 1992, Berlin, München; Verlag für Bauwesen 198 ff


2002-05-12 16:37
Autor: Peter_Rauch
Beruf:Dipl.-Ing.oec., Chem.-Ing.
Anschrift:Bucksdorffstraße 28, D-04159 Leipzig
Email: »mailto:ib-rauch@gmx.de
Homepage: »http://www.ib-rauch.de
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Created : 2006-12-20 17:37 (-132 days)
Modified: 2006-12-20 17:39 (-132 days)
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