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 · Die Papiergeld-Falle – wovon "NeoLiberale" ablenken.

Die Papiergeld-Falle – wovon "NeoLiberale" ablenken.

Wie zuvor die "Grünen" den Niedergang der produzierenden Wirtschaft zu rechtfertigen hatten, so wollen die NeoLiberalen (NeoLibs) von den wirtschaftlichen Problemen der herrschenden Plutokratie ablenken. Sie sind die europäische Entsprechung der NeoCons oder Neokonservative in den USA, die hinter einer christlich fundamentalistischen Fassade die Regierungsmannschaft stellen. Sie werden gebraucht, weil Wirtschafts- und Finanzordnung der Nachkriegszeit am Ende ihrer Reformier- und Manipulierbarkeit angelangt sind und die sich verschärfende Deflation eine Neuordnung des Geldwesens unvermeidlich macht. NeoCons oder NeoLibs sind, anders als der Name unterstellt, keine neue Erscheinung. Ihre Ursprünge reichen ins 19. Jahrhundert zurück, in die Zeit, als die meisten -Ismen (wie Liberalismus, Kommunismus, Sozialismus etc) als bürgerliche Säkularreligionen geschaffen wurden. Zwei zentrale Ideen leiten die NeoLibs. Sie stammen von Max Stirner, dem Kollegen von Karl Marx im Berliner Doktor-Club (auf den sie sich aber nicht berufen wollen): nämlich 1. die Idee des absolut "freien" Individuums und 2. der ebenso absoluten Unantastbarkeit seines Privateigentums. Nachdem das System des "real existierenden" Sozialismus zusammengebrochen war und der real existierende Kapitalismus in die Krise geraten ist, sehen die Neoliberalen ihre Stunde, die Stunde des "Einzigen und seines Eigentums" kommen.

Die Krise des realexistierenden Kapitalismus ist: Die finanziellen Eigentumswerte (Wertpapiere aller Art) und das umlaufende Geldvolumen nehmen ständig in steigendem Maße zu, während die Produktion der notwendigen Versorgungsgüter stetig abnimmt. Und dementsprechend wird die Versorgungslage von immer mehr Menschen immer schlechter. Nun wird kaum einer bestreiten: Ein Schnitzel, das man nicht produziert hat, kann man auch nicht essen oder verteilen. Trotz der Einsicht in diese schlichte Wahrheit verwundert, daß die immer dringender benötigten Güter nicht erzeugt werden.

Das verwundert angesichts der anderen ebenso einfachen Wahrheit, an der auch kaum zu zweifeln ist: Wer nicht arbeitet, wird auch nicht essen. Tatsächlich weist die Kollapsfunktion eine stetig sinkende Zahl der produktiv Beschäftigten aus oder umgekehrt eine stetig steigende Anzahl der verdeckten oder offenen Arbeitslosen. Arbeitslose belasten den Haushalt des Gemeinwesens als ungenutzte Esser, sie erscheinen als Belastung, wo sie doch ein Potential sind, ein "Vermögen" – jedenfalls solange sie ihre Arbeitsfähigkeiten noch nicht verlernt haben. Warum wird dieses Vermögen nicht genutzt?

Die Frage gehört zu der anderen: Warum kam es überhaupt zu den hier pauschal umrissenen Zuständen. Geht die ihr entsprechende Entwicklung auf die "Dummheit" oder Unfähigkeit der Eliten zurück oder ergibt sie sich mit einer gewissen Logik aus dem Leitbild, nach dem sich die Gesellschaft und ihre Eliten bewegen, der abstrakten Marktwirtschaft?

Wer oder was sagt oder gibt vor, was in der Marktwirtschaft getan, produziert werden soll? Menschen machen die Erfahrung, daß sie am besten, das heißt am wirksamsten und am fröhlichsten arbeiten, wenn sie nicht aufgrund von Vorschriften und Zwang gegängelt werden, sondern aus freien Stücken mit eigener Gewinnperspektive arbeiten. Wenn in der heutigen Wirtschaft auch immer weniger Menschen in der Lage sind, das oder etwas Ähnliches für sich zu realisieren, so gründete sich die Marktwirtschaft doch auf der Vorstellung, daß jeder so im eigenen Geschäft verfahren sollte. Aus den individuellen am Geldgewinn orientierten Entscheidung ergebe sich - glaubt man – die optimale Gestaltung des gesamten Wirtschaftsgefüges, weil dort, wo die Not ab größten ist, auch die Preise, die für das Notwendende angeboten werden, und damit zugleich die möglichen Gewinne am größten sein würden. Durch diesen Marktmechanismus würden alle Arbeitsfähigen ohne fremden Zwang dahin gedrängt, das, was gerade am stärksten nachgefragt wird, auch herzustellen. Unterstellt wird dabei, daß Bedarf und Nachfrage der Zahlungsfähigkeit entspricht, oder daß Not und Zahlungsfähigkeit in der Gesellschaft und zwischen ihren Gliedern einigermaßen gleich verteilt sei. Denn das Marktpreisangebot richtet sich nicht nach der augenblicklichen Notlage, sondern offensichtlich nach der Zahlungsfähigkeit.

Produziert wird in der Marktwirtschaft also in erster Linie nicht das Not oder Knappheit Wendende, sondern das, wovon man sich infolge hoher zahlungsfähiger Nachfrage die höchste Rendite erwarten kann. Zahlungsfähigkeit ist ein anderes Wort für den zum Ausgeben bereitstehenden Geldbesitz. Geld (Zahlungsmittel im allgemeinen) ist aber nicht wie früher z. B. das Gold, das je nach Bedarf bald als Zahlungsmittel bald als Schmuck oder religiöses Altargerät verwendet wurde, keine Ware, auch nicht die Abstraktion einer Ware, es enthält keinen Wirtschaftswert in sich, es ist umlaufendes Zahlungsmittel, das Austausch, Kauf und Verkauf ermöglichen soll. Es sollte dabei möglichst wertbeständig sein, so daß sich damit auch zeitliche Abstände zwischen Kauf und Verkauf relativ verlustarm überbrücken lassen.

Das heißt, die Regelung dessen, was in der Marktwirtschaft produziert wird, ergibt sich in erster Linie aus der Zirkulationsebene, genauer aus dem Geldumlauf. Hier liegt wohl auch die Ursache der Fehlentwicklung, welche die Kollapsfunktion pauschal beschreibt.

Zirkulationsebene

Die weitreichende Kritik am Bestehenden muß natürlich am Anfang von grundlegenden "Reformen" stehen. Daher nimmt die Kritik am vorgefundenen Finanzsystem mit seinen tatsächlich vorhandenen Exzessen bei den NeoLibs breiten Raum ein. Die Hauptkrisensymptome, nämlich die rasante Geldentwertung, die ausufernde Staatsverschuldung und die sich daraus ergebenden Nachteile für die Wirtschaft insgesamt, für jeden Einzelnen und für das gesellschaftliche Zusammenleben sind inzwischen so offensichtlich, dass sie selbst von den Vertretern des Wirtschaftssystems nicht mehr geleugnet werden. Es lohnt also nicht, Entrüstungen über diese Mißstände zu wiederholen. Sie sollen den eher problematischen neoliberalen Schlußfolgerungen nur breitere Zustimmung verschaffen. Warum sind sie problematisch? Um die Frage zu beantworten, ist wichtig, auf die Ursachen der Fehlentwicklung einzugehen, und wie die Neolibs sie deutet und verändern wollen.

Wider staatliche Regulierungen

Die NeoLibs verstehen sich als revolutionäre Verfechter der möglichst uneingeschränkten Freiheit des Individuums. Da die wichtigste Einschränkung des Individuums der notwendige Verdienst des Lebensunterhalts ist, steht die "politische Ökonomie" im Zentrum auch der neoliberalen Kritik. Als radikale Individualisten wollen sie keine andere Regulierungsinstanz anerkennen als den völlig "freien" Markt völlig freier Individuen. Dabei verstehen sie den Markt ausschließlich als Tauschmarkt, der nur funktionieren kann, wenn ein geeignetes werthaltiges Tauschmittel zur Verfügung steht. Dieses sollte möglichst Edelmetall, insbesondere Gold sein. Werthaltiges Geld als Mittler auf dem Markt wird damit die zentrale Instanz der gesellschaftlichen Zusammenarbeit und der Verteilung der zu erbringenden Leistungen und Erträge an die Individuen der arbeitsteiligen Gesellschaft.

Der Markt ist den NeoLibs zugleich Schicksal und Naturgesetz, dem die frei verkehrenden, gewerblichen Individuen unterstehen, ob sie es wollen oder nicht. Jeder Eingriff in das freie Marktgeschehen ist nach ihrer Ansicht systemwidrig und schmälert mit naturgesetzlicher Gewissheit den insgesamt möglichen Reichtum. An der wachsenden Armut kann demnach nur die zunehmende Marktferne der Wirtschaft Schuld sein. Aus dieser Sicht ergeben sich zwei Hauptfeinde: Der Staat vertreten durch "Politiker", und Gewerkschaften vertreten durch Funktionäre. Den Gewerkschaften werden zwar Arbeitgeberverbände und deren Lobby prinzipiell gleichgestellt, letztere genießen aber eine auffällig geringere Beachtung und Anfeindung. Der Staat ist den Neoliberalen als Polizist zwar ein notwendiges Übel, er sollte sich aber möglichst aus dem Wirtschaftsleben heraushalten.

Die Erfahrungen, die viele Menschen zur Zeit mit dem Staat und seinen Vertretern und einige mit Gewerkschaften und deren Funktionären machen, scheinen der Polemik der NeoLibs Recht zu geben. Sieht man von der damit verbundenen Demagogie ab, richtet sich die Polemik gegen alle Formen der nicht vom Markt vermittelten "Umverteilung", sei sie nun durch den Staat, die Gewerkschaften oder durch Oligopole (letztere spielt in der neoliberalen Polemik keine Rolle) bewirkt. Hinter dem Bemühen um marktwidrige Umverteilung sehen Neoliberale im Gefolge von Hayeks einen "konstruktivistischen Rationalismus" am Werk. Gemeint sind damit alle Versuche der politischen Gesellschaftsregulierung. Sie bezeugen für von Hayek eine unzulässige "Überschätzung der menschlichen Vernunft". Da Vernunftkritik wenig Sympathie weckt, betonen Neoliberale sie nicht weiter, sondern zielt vor allem auf die "Ungerechtigkeit", die eine gezielte Umverteilung oder Marktregulierung mit sich brächte: Dem Tüchtigen nimmt man, um dem Faulen zu geben.

Umverteilung wird aber erst als Folge der unterschiedlichen wirtschaftlichen Möglichkeiten der einzelnen Gesellschaftsmitglieder (z.B. Kinder, Behinderte etc.) nötig. Solche Unterschiede waren allerdings Voraussetzung und Folge der Arbeitsteilung. Anstößig wird die Umverteilung, wenn und soweit sie zwischen Gruppen oder Schichten durch Gewalt (Raub, Plünderung etc.) geregelt wird. Anstelle der Gewalt, sollte der Markt (der Idee nach) zu einem "gerechteren" Ausgleich zwischen den Menschen führen. Wie sich auf den internationalen Märkten Gewaltanwendung in den so genannten "terms of trade" versteckt, wird von den Marktgläubigen allerdings nicht weiter untersucht. Dafür entdecken sie Spuren der Gewaltanwendung in den wirtschaftspolitischen Maßnahmen (z.B. Umverteilung), die (manchmal wenigstens) den verzerrenden Auswirkungen ungleicher terms of trade entgegenwirken wollen, und verurteilen sie als gotteslästerliche Eingriffe in das Marktgeschehen (Böhm-Wawerk: Macht oder ökonomisches Gesetz).


Möglichkeiten hierzu bietet vor allem die Institution "Geld", wenn Geld nicht mehr in einer werthaltigen Ware besteht, sondern nur noch als "Zahlungsmittel" gehandhabt wird. Solches Geld überträgt dem Staat nach Meinung der Neoliberalen ein Übermaß an Macht, die seine Vertreter, die Politiker schon aus Prinzip missbrauchen. Daher wird den NeoLibs der Staat mit seinem angeblichen Geldmonopol und den Staatsschulden zum Hauptbuhmann. "Der Staat bleibt immer ein Leviathan, das gefährlichste und kälteste aller Ungeheuer. Wer es zähmen will, muß ihm sein Mastfutter entziehen, nämlich das nicht gedeckte Papiergeld. Man kann einen Hund zum Hüter des Hauses oder seiner Bewohner erziehen, aber nicht zum Hüter des Wurstpakets. Früher oder später wird er die Wurst fressen." (Baader Geld, Gold und Gottspieler, Resch Verlag2004) Der Staat dient hier als punching ball, auf den jeder (viele mit Grund) gerne einschlägt. Doch eigentlich gemeint ist das "soziale Netz", das der Staat durch Umverteilung ausspannt, um darin schwache und gefährdete Bürger aufzufangen.

Aus diesem Grund und weil Geld für den gesellschaftlichen Warenaustausch von zentraler Bedeutung ist, rücken die NeoLibs die "Geld-Theorie" ins Zentrum ihrer Kritik. Sie bedienen sich dabei einer banalen und letztlich falschen Theorie. Dabei sehen sie im Geld nur ein frei akzeptiertes, jeweils wertäquivalentes Tauschmittel, wie z.B. Edelmetalle (Gold) oder möglicherweise noch Edelmetall-Hinterlegungscheine (bei 100% Deckung). Da sich die tatsächliche Edelmetalldeckung solcher Papiere "freiheitlich" auch nur über dem Markt kontrollieren ließe, würden einige NeoLibs sogar jede beliebige Geldform zulassen (Hans F. Sennholz: Money and Freedom), solange es sich dabei um "privates", von privaten Institutionen herausgegebenes, mit einander konkurrierendes Geld handelt. Es müßte nur jedem freigestellt sein, dieses Geld zu akzeptieren oder abzulehnen. Grundübel für die NeoLibs ist demnach die Gesetzlichkeit des Geldes, die bedeutet aber auch Staatsgarantie der Zahlungsmittel.

Marktmacht

Doch beginnen wir mit der Grundvoraussetzung, dem Markt. Er ermöglicht den freien Verkehr zwischen freien Wirtschaftssubjekten und bietet somit ein scheinbar realistisches Modell, aus dem sich die "politische" Ökonomie, d.h. die Gesetzmäßigkeiten des gesellschaftlichen Wirtschaftens ableiten lassen. Das mag in der Theorie so sein, doch wie "frei" ist der Markt in der realen Welt, sind es auf ihm die Individuen?

Sehen wir uns als Beispiel die Ursprünge ("Prinzipien") des tatsächlich freien Handels an: Etwa um das 8. Jahrhundert kam es zum Austausch zwischen Normannen (Wikinger), die Fisch (Heringe) feilboten, und der Stadt (z.B. Köln) mit dem Getreide des Hinterlandes. Der subjektive Bedarf war auf beiden Seiten gleich groß, welche "Arbeitszeit" in den feilgebotenen Waren und den Werkzeugen zu ihrer Herstellung steckte, ließ sich kaum ergründen. Was bestimmte tatsächlich die Austauschbeziehungen, die "terms of trade". Spielte bei der "Preisbildung" nicht die Anzahl der Männer und ihre Rüstung auf der Mauer beziehungsweise in den Schiffen eine entscheidende Rolle? Gab es hier ein eindeutiges Machtmißverhältnis, dann wurde zum Nulltarif gehandelt, d.h. geraubt. War das Machtverhältnis weniger klar, nahmen die Partner "Vernunft" an. Doch hatten sie bei ihren Preisverhandlungen doch immer noch den Extremfall im Hinterkopf.

Das Beispiel ist sicher "vorbürgerlich", doch provoziert es die Frage, ob nicht die gleiche Wirkung für die "terms of trade" erzielt wurde, als der Vertreter des US Präsidenten, Commodore Matthew Calbraith Perry 1853 mit seinen schwarzen Dampfern, 260 Marineinfanteristen, einer 40 Mann starken Blaskapelle, unter donnernden "Salutschüssen" in die Bucht von Tokio einfuhren, um Japan von der Öffnung seines Handels mit den USA zu überzeugen. Es überzeugte und es fanden erste Preisverhandlungen statt. In den Kolonien anderer Mächte lief die "Öffnung" meist blutiger aber im Prinzip kaum anders ab.

Wenn dergleichen für "Handel und Wandel" nicht typisch sein soll, wäre wenigstens zu fragen, ob die Vermachtung des Marktgeschehens im Rahmen der bürgerlichen Freiheit so abwegig ist, wenn auf der einen Seite die Besitzer von Sachwerten mit denen verhandeln, die nichts als ihre Arbeitskraft und Lebenszeit zu Markte tragen können. Gewiss mag bei wachsenden Gewinnaussichten in der Güterproduktion die Nachfrage nach Arbeit und damit ihr Marktpreis steigen. Doch hängt diese Nachfrage vom Grenznutzen ab, dem zusätzlichen Gewinn, den die Unternehmer mit der angebotenen Arbeit möglicherweise noch realisieren könnten. Mit dem Grenznutzen schwindet der Preis der Arbeit – im Krisenfall sogar auf Null.

Wie sieht es mit der Zugewinnmöglichkeit unter den Idealbedingungen des Marktes aus, wenn auf dem Markt nur eine konstante Menge werthaltiger Tauschmittel als Geld fungiert? Wenn im Kapitalismus die Möglichkeit des Geldgewinns das einzige Antriebsmoment auf dem Markt sein soll, müßte doch zu fragen sein, wo dieser Geldgewinn herkommen kann. Woher soll das zusätzliche Geld für den Gewinn kommen. Das Geld häuft sich bei dem einen an und wandert von dem anderen weg.

Die Mehrwerttheorie von Adam Smith (oder K. Marx) erklärt gut den Druck zur Produktivitätssteigerung, den der Markt auf alle Marktteilnehmer ausübt. Dabei drängt der zuerst produktiver Wirtschaftende den in der Produktivität nachhinkenden Konkurrenten aus dem Markt. Wenn die weniger Produktiven aus dem Markt gedrängt werden, begegnet (infolge der angehoben Produktivität der verbliebenen Produktiveren) die gleiche Geldmenge auf dem Markt einer größere Gütermenge. Dies führt marktgesetzlich zu Preissenkungen bei den neu angebotenen Gütern und auch (zusätzlich zur Abschreibung) zur Entwertung der zuvor getätigten Investitionen. Damit wäre der Markt - der Theorie nach - wieder ausgeglichen. Der Gewinn des Produktiveren besteht darin, sich auf dem Markt noch behauptet zu haben und ein größeres Marktsegment zu kontrollieren, ohne daß die Einkommensverschiebungen und das Schicksal derer, die aus dem Markt gedrängt worden sind, auf dem Markt weiter von Bedeutung wären. Die verfügbare Geldmenge konzentriert sich aufgrund dieser Marktgesetzlichkeit tendenziell in immer weniger Händen. Diejenigen, die aus dem Markt gedrängt wurden, sind für die Markttheorie nicht mehr fassbar, schlicht nicht mehr vorhanden und somit bleibt der Markt in Ordnung. Nur die Marktteilnehmer, in deren Händen sich das umlaufende Geld sammelt, werden notwendigerweise immer weniger.

Was geschieht mit denen, die aus dem Markt herausfallen? Ihnen bleibt nur noch ihre Arbeitskraft. Um sie zu verkaufen, müssen sie den Markt auf einer untergeordneten Ebene wieder betreten. Wieder gelten die gleichen Marktgesetze. Die wachsende Anzahl der Arbeitszeitanbieter schmälert ihre Marktchancen, ihre "terms of trade", ebenso wie der schrumpfende Grenznutzen der Arbeit bei steigender Produktivität. Daraus hatte Adam Smith den Markttrend abgeleitet, den Pfarrer Malthus rechtfertigte, nämlich dass sich die Arbeitslöhne mehr und mehr dem Existenzminimum annähern und dieses gegebenenfalls unterbieten. Der gleiche Trend lag der Revolutionstheorie Marxens zu Grunde. Damit regelt der Markt formal auch das Arbeitskräfteangebot. Der marktmäßigen Konzentration des umlaufenden Geldes entspricht das Wachstum der nicht mehr vermarktbaren Überbevölkerung. Wird die Menge der Arbeitszeitanbieter, deren Reproduktionskosten den Grenznutzen für die Unternehmer nicht entsprechen, nicht marktmäßig eliminiert (z.B. durch Verhungern), sondern marktwidrig am Leben erhalten, entsteht markttheoretisch ein Umverteilungsproblem.

Im Kapitalismus produziert man nicht für Menschen und ihren Bedarf, sondern ausschließlich für eine zahlungsfähige Nachfrage. Der konkrete Bedarf der Zahlungsfähigen spielt eine abgeleitete Rolle; als erstes zählt die Zahlungsfähigkeit, ihr werden dann unterschiedliche Angebote zuzuordnen. Menschen ohne Zahlungsfähigkeit sind für den Markt und damit auch für die NeoLibs nicht existent. Wenn Sozialleistungen an Menschen fließen, deren Arbeitszeit sich nicht wenigstens im Wert ihrer Reproduktionskosten vermarkten läßt, führt das zu einem marktwidrigen und damit für die NeoLibs zu einem bekämpfenswerten Übel. Denn Sozialleistungen müssen ja irgendwie dem Markt entnommen werden.

Um den Verdrängungswettbewerb weniger unmenschlich zu organisieren und dadurch das revolutionäre Aufbegehren derer zu vermeiden, die aus dem Markt gedrängt werden, wurden in der Vergangenheit zusätzliche Gewinnmöglichkeiten geschaffen. Dies geschah durch die Ausweitung der umlaufenden Geldmenge. Stieg die umlaufende Geldmenge, waren dementsprechend Geldgewinne ohne Verdrängung von Marktteilnehmern möglich. Doch bleibt die Geldmengenregelung nicht ohne Konsequenzen für Markt und Marktteilnehmer.

Kaufgeld und die Rolle des Staates

Zunächst muß verstanden werden, wie die Geldmengenausweitung funktioniert. Die Ideologie der NeoLibs orientiert sich am Warentausch. Davon leiten sie ihre Geldtheorie ab. Beim Warentausch muß Geld als werthaltige Ware (Gold) auftreten, damit jeder einzelne Tausch ein abgeschlossener und ausgeglichener Akt wechselseitiger Wertübertragung ist. Unsere wirtschaftliche Realität kennt aber kaum noch Tauschmärkte, sondern nur Käufermärkte. Beim Kauf erhält der Verkäufer (V) vom Käufer (K) keinen Gegenwert, sondern nur eine entsprechende Zahlungsverpflichtung, die V unter auszuhandelnden Bedingungen akzeptiert. Der Kauf ist demnach nur ein halber Tauschakt. Um ihn abzuschließen muß V mit der Zahlungsverpflichtung des K einen Gegenwert erwerben. Das geschieht, wenn er seinerseits bei anderen (V2) einkauft und dieser die Zahlungsverpflichtung von K akzeptiert. Zahlungsverpflichtungen sind Verträge über künftige Wertübertragungen. Sie sind in sich nicht werthaltig (so wenig wie ein Stück Papier). Solche Zahlungsverpflichtungen sind das Wesen des modernen Geldes, das gerne als "fiat money" geschmäht wird.

Die zum Teil berechtigte neoliberale Kritik lenken in eine falsche politische Richtung. Denn für Herkunft und Entstehung des "fiat money" oder des "ungedeckten Papiergelds" ist nicht der "Staat" haftbar zu machen. "Fiat Money" wurde und wird heute nicht vom Staat erzeugt. Der Staat macht lediglich aus bereits neu geschöpftem "fiat money" unter bestimmten Bedingungen "gesetzliche Zahlungsmittel", um Handel und Wandel mit ungedecktem Papiergeld gegen Betrug abzusichern und dadurch erst zu ermöglichen. Darauf ist später noch einzugehen.

"Ungedecktes Papiergeld" entstand zu Beginn des Bürgerlichen Zeitalters als sich Warentauschmärkte in Kaufmärkte umwandelten. Der Grund dafür lag nicht nur in der Unhandlichkeit des Edelmetalltauschs oder in der allgemeinen Knappheit an Zahlungsmitteln, sondern in erster Linie daran, dass ein wachsender Anteil der Versorgungsgüter eines Haushalts als Waren auf dem Markt beschafft werden mußte, statt wie in vorbürgerlicher Zeit im eigenen Haushalt erzeugt zu werden (heute liegt dieser Anteil in der Regel über 99%).

Das oben beschriebene Zahlungsverfahren wurde zunächst als privater Handelswechsel eingeführt und dabei schon um zwei wesentliche Punkte erweitert. Weil V2 die Zahlungsfähigkeit des Erstausstellers (K) des Handelswechsels in der Regel nicht überprüfen konnte, verlangte er von demjenigen, der damit zahlte (V) die Verpflichtung, den Wechsel, falls K das nicht tat, selbst einzulösen. Ein Wechsel konnte auf diese Weise beliebig oft als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Um der Beliebigkeit Grenzen zu setzen, war der Wechsel terminiert, also mit einem endgültigen Einlösedatum versehen. Außerdem wurde bis zum festgelegten Zahlungsendtermin in Abhängigkeit von der Zahlungssumme eine zusätzliche Zahlung als "Zins" berechnet. Beides, Zahlungstermin und Zins hatten sicherzustellen, dass ein "Interesse" bestand, den Wechsel möglichst umgehend einzulösen. Ohne diese beiden Neuerungen, wäre der St. Nimmerleinstag der Zahltag gewesen. Eingelöst wurde der Wechsel spätestens bei Fälligkeit aus dem Erlös der damit gekauften Waren, und dieser Erlös bestand immer häufiger in neuen, noch gültigen (noch nicht fälligen) Zahlungsverpflichtungen (anderer).

Der Handelswechsel ist heute weitgehend aus der Übung gekommen. Das liegt an seiner personengebundenen Glaub- oder Kreditwürdigkeit und an Verrechnungsschwierigkeiten. Da Wechsel in der Regel ohnehin bei Geschäftsbanken verrechnet wurden, bediente man sich, als dies möglich wurde, zur Zahlung der Bankenkredite. Auch hierbei spielte der Staat zunächst keine Rolle: Ein Geschäftsmann geht mit einer Geschäftsidee und gewissen Sicherheiten (Belege seiner Zahlungsfähigkeit für den Fall, dass das Geschäft missrät) zu "seiner" Bank. Diese nimmt ein Nichts (Null Geld) und spaltet es (nach Abwägung von Geldbedarf und Risiko des vorgeschlagenen Geschäfts) in zwei gleich große Summen (0>a – a). Die eine Summe wird dem Geschäftskonto des Kunden für seinen Zahlungsverkehr positiv gutgeschrieben. Die genau gleiche Summe wird dem "Kreditkonto" des Geschäftmannes auf eine bestimmte Frist negativ zugeschrieben. Für die so auf Zeit geliehene Zahlungsfähigkeit und das damit verbundene Zahlungsrisiko zahlt der Kunde einen vereinbarten Zins.

Der Wert der Zahlungsmittel gründet also keineswegs – wie Tauschtheoretiker immer wieder behaupten – auf irgendwelche Knappheiten (z.B. "der Zeit, dem knappsten Gut im Leben" etc.). Die Menge der Zahlungsmittel kann bei einem Gewinn versprechenden Bedarf und entsprechenden "Sicherheiten" beliebig vermehrt werden. Sie selbst werden ausschließlich infolge der Dringlichkeit der Rückzahlungsverpflichtung so etwas wie "werthaltig". Für den Druck sorgt bei Zahlungsverweigerung neben dem drohenden Verlust der Kredit- und damit der Geschäftswürdigkeit notfalls die Polizei. Erst hier kommt der von den NeoLibs geschmähte Staat als Garant der Zahlungswilligkeit bei rechtlich korrekt eingegangener Zahlungsverpflichtung ins Spiel. Denn ein Kredit ohne den Zwang (Gewalt!) zur Rückzahlung ist ein Geschenk.

Aus Sicht des Einzelfalls macht dieses System der Geldschöpfung Sinn. Der Händler nimmt Geld auf (geht beglaubigte Zahlungsverpflichtungen ein), wenn er sich ein gewinnbringendes Geschäft verspricht. Der Kredit erlaubt ihm, das Geschäft zu tätigen. War es "wirtschaftlich", wirft es Gewinn ab, aus dem der Zins und der Kredit und außerdem ein zusätzlicher Geschäftsertrag gezahlt werden kann. Die mögliche Rückzahlung löst die zuvor erfolgte Geldschöpfung bis auf den zusätzlich gezahlten Zins wieder auf (a-a>0). Die eingegangene Zahlungsverpflichtung (und der Zins) nötigen dazu, "Kredit" nur für Gewinn bringende Geschäfte aufzunehmen und nicht zu verjubeln. Zins, soweit haben NeolLibs Recht, ist eine Art Gewinnbeteiligung. Daher sollte es Konsumentenkredite eigentlich nicht geben. Sie erscheinen ausschließlich subjektiv unter Berücksichtigung eines angeblichen Grenznutzens der Zeit sinnvoll (Kosten des vorgezogenen Genusses) - aber nicht objektiv wirtschaftlich.

Das angebliche Geld-Monopol des Staates

Die NeoLibs erwecken fälschlich den Eindruck, der Staat würde mit dem so genannten Geldmonopol über seine Zentralbank das Geld (z.B. Euro- oder Dollarscheine) erzeugen und sei daher für die umlaufende Geldmenge verantwortlich. Sie nutzen dabei die begriffliche Ungenauigkeit aus, die den Unterschied zwischen Geld (allgemeinen Zahlungsmitteln) und gesetzlichen Zahlungsmitteln, z.B. Euro- oder Dollar-Noten verwischt. Tatsächlich sind die beim breiten Publikum umlaufenden Euronoten (Bargeld) Zahlungsverpflichtungen der jeweiligen Zentralbanken. Diese gesetzlichen Zahlungsmittel (Geldmonopol der jeweiligen Zentralbank) entlasten das breite Publikum von der Notwendigkeit, bei Entgegennahme einer solchen Zahlungsverpflichtung (beliebigen Geldes) erst die Bonität des Zahlungspflichtigen prüfen zu müssen. Der Staat garantiert mit den gesetzlichen Zahlungsmitteln nur die Gültigkeit des Geldes, denn die Zentralbanken verpflichten sich bei Vorlage, mit Banknoten anderer Zentralbanken zum jeweils gültigen Marktpreis (Wechselkurs) zu zahlen.

Falsch ist dagegen der erweckte Eindruck, die Zentralbanken würden – und zwar unabhängig davon, ob die jeweilige Zentralbank wie in den USA oder früher in England ein Konsortium von Privatbanken ist oder wie in Europa eine öffentlich rechtliche Einrichtung – dieses Geld selbst schöpfen. Die Schöpfung der gesetzlichen Zahlungsmittel geschieht als Refinanzierung privater Bankkredite. Das wissen natürlich auch die NeoLibs, sie haben aber ein Interesse, diesen entscheidenden Zusammenhang zu verschleiern.

Wenn Kunden der Privatbanken ihren Kredit (+a) in Form von gesetzlichen Zahlungsmitteln in Anspruch nehmen, hinterlegen die Banken bestimmte Soll-Konten ihrer Kreditnehmer nach bestimmten, meist komplizierten Regeln bei der Zentralbank und erhalten dafür das benötigte Bargeld. Für die Abtretung (Refinanzierung) werden nach entsprechenden Regeln im Wesentlichen Rückkauffristen und Zinsen vereinbart. Weil die Zinsen der Bank geringer sind, als diejenigen, die der Bankkunde zahlen muß, macht die Bank auch hierbei ein Geschäft. Wichtig ist aber, dass auch den gesetzlichen Zahlungsmitteln durch vereinbarte Fristen und Zinsen ein Zahlungsdruck zugrunde liegt. Diesen tragen die Kunden der Privatbanken, deren Kredit die Geldschöpfung bewirkt hatte, stellvertretend für den jeweiligen Inhaber des Bargeldes. Das Bargeld beruht gänzlich auf privat ausgehandelten Geschäftsbankkrediten. Würden alle Menschen ihre Schulden bezahlen, gäbe es kein Geld, auch kein Bargeld mehr. Andererseits bezahlen irgendwelche Menschen auch für das Bargeld Zinsen, mit dem wir, wenn wir es "verdient" haben, unsere Bankschulden bezahlen oder das wir zur Altersversorgung in unsere Rentenkasse einzahlen. Allerdings nimmt die Bedeutung der gesetzlichen Zahlungsmittel (Bargeld) in dem Maße ab, in dem selbst Privatleute vermehrt auf Bargeld verzichten und mit Buchgeld (Bankkonten) per Überweisungen oder Kreditkarte bezahlen. Die Bankkonten werden lediglich nominell in Einheiten an Zentralbankgeld (in Dollar oder Euro etc.) geführt.

Nun kann man die komplizierten Refinanzierungsregeln der Zentralbank für unerlaubte Eingriffe des Staates in das Marktgeschehen halten. Dies hätte vor allem für die immer wirkungsloseren Versuche der Zentralbank zu gelten, die umlaufende Geldmenge zu steuern. Abgesehen von der Geldmengensteuerung soll die Zentralbank nach den zur Zeit gültigen Vorstellungen, von Staat und Politik völlig "unabhängig" sein. Sie verkörpert damit nicht das Interesse des Gemeinwesens (Gemeinwohl) sondern ausschließlich das Geld-Interesse, d.h. die gemeinsamen Interessen der privaten Finanzwirtschaft. Dieses gemeinsame Interesse braucht sich nicht immer mit den jeweiligen Sonderinteressen einzelner Banken zu decken. Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem privaten Mechanismus der Geldmengenregelung?

Das Zinsproblem des ungedeckten Papiergelds

Die eigentliche Problematik des Geldwesen ergibt sich aus dem Gesamtinteresse der Finanzwirtschaft und erschließt sich nur der Gesamtbetrachtung: Diese meist als "abstrakt" abgetane Gesamtbetrachtung berührt den einzelnen Unternehmer allerdings sehr "konkret". Der Unternehmer, der mit neu aufgenommenen Geldern neue Geschäfte angefangen hat, muß nicht nur auf die konkreten Geschäftsinhalte achten, sondern auch darauf, dass ihm aus den Erlösen termingerecht stets genug Geld zurückfließt, damit er eingegangenen Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachkommen kann, damit er liquide bleibt. Tut er das nicht, wird er nicht länger Unternehmer bleiben können. Er wird seine Schulden und Zinsen nur zurückzahlen können, wenn gleichzeitig andere an anderer Stelle entsprechend neue Kredite (Schulden) aufgenommen haben. Woher käme sonst das dazu benötigte Geld?

Aus dem Gesagten folgt, dass der angesammelte Gesamtgewinn einer Volkswirtschaft, wenn man einzelne Gewinne und Verluste gegeneinander aufrechnet, mindestens ihrer jeweiligen Kredit-, oder Geldausweitung entspricht. Es ist nur der Druck eingegangener Zahlungsverpflichtungen, der die Wirtschaftsaktivitäten antreibt und nicht – wie oft fälschlich behauptet – irgendwelche "Knappheiten". Güter lassen sich heute nahezu in jeder beliebigen Menge herstellen, aber nicht verkaufen. Das unternehmerische Hauptproblem besteht darin, nur so viele Güter herzustellen, wie das Unternehmen zu entsprechend hohen Erlösen (Preisen) termingerecht so "absetzen" kann, dass das Unternehmen zum mindesten liquide bleibt. (Hieraus ergeben sich in der Marktwirtschaft Allokationsprobleme, die wir hier aber übergehen wollen)

Um zu verstehen, was am Geldumlauf problematisch ist, betrachten wir modellhaft die in einer nachhaltig organisierten Volkswirtschaft insgesamt umlaufende Geldmenge. Wir nehmen einmal an, sie betrage 100 Geldeinheiten (GE) und bleibe über die Jahre gleich groß und legen der Einfachheit eine Verzinsung bei den Privatbanken von 10 % zu Grunde. Im ersten Jahr ergibt sich ein Verhältnis von umlaufender Geldmenge zu den Krediten von 100 : 100. Nach dem 1. Jahr fließen 10% davon als Zinsen an die Banken zurück. Sie müssen, um nur die Umlaufmenge konstant zu halten, wieder als neue Kredite der Wirtschaft zugeführt werden. Das Verhältnis ist nun 100 : 110. Da die Banken einen Teil des zurückgeflossenen Geldes für Angestelltengehälter oder den Erwerb von Wirtschaftsgütern selbst in Umlauf bringen, rechnen wir ganz vorsichtig mit einem reinen Bankgewinn von nur 2 %. Damit wächst die vom umlaufenden Geld zu deckende Schuld im 1. Jahr auf 102 : 100 mit Jahr für Jahr wachsender (Zinseszins)-Tendenz. Nach 10 Jahren liegt das Verhältnis bei 121,9 nach zwanzig Jahren bei 148,6 : 100, und so weiter. Die umlaufende Geldmenge wird durch immer größere Zinsforderungen der Banken (nicht an einzelne Kreditnehmer, die bezahlt haben mögen, sondern an ständig wechselnde Kreditnehmer der Wirtschaft insgesamt) belastet, dem entsprechen allgemein steigende allerdings in den Güterbewegungen versteckte "Kapitalkosten" oder auch entsprechend sinkende Geldwerte.

Hierzu einige Zahlen: "Vor dem Ersten Weltkrieg war der US-Warenpreisindex im Großhandel, der kurz nach Ende des Sezessionskrieges (1868) bei 125 gelegen hatte, auf unter 80 im Jahr 1914 gefallen. Er lag damit niedriger als im Jahr 1800. Im Gegensatz dazu, stand derselbe Warenpreisindex kurz nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahre 1921, bei 113. Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1948, war er auf 185 gestiegen. Im Jahr 1971 stand er bei 255, 1981 hatte er 658 erreicht, und 1991 lag er nahe bei 1.000. Während nur zweier Jahrzehnte reinen uneinlösbaren Papiergeldes (seit Bretton Woods) stieg der Konsumwarenindex in den USA von 40 im Jahr 1971 auf 136 im Jahr 1991, im Vereinigten Königreich von 24 auf 157, in Frankreich von 30 auf 137 und in Deutschland von 56 auf 116" (entnommen aus: Hans-Hermann Hoppe, Demokratie – Der Gott, der keiner ist, Manuscriptum Verlag. Waltrop, Leipzig 2003). Von den eigentlichen Ursachen dieses letztlich zerstörerischen Zusammenhangs lenken die NeoLibs ab und wälzen "die Schuld" daran auf den Staat und die "Politiker". Der Staat trägt aber vorwiegend die Verantwortung für die verhängnisvolle Tendenz, die sich marktgesetzlich aus der nicht geregelten, privaten Vermehrung der Zahlungsmittel ergibt.

Der Lauf des Verhängnisses in 4 Phasen

Die Geldentwertung oder indirekte Kostensteigerung wird anfänglich durch Gewinnsteigerungen (infolge höherer Produktivität d.h. relativ sinkender Herstellungskosten bei gleichen Preisen) verdeckt. Doch steigen die indirekten, relativen Kapital-, d. h. Finanzierungskosten von Jahr zu Jahr steiler (geometrisches Wachstum) an und schlagen immer deutlicher auf die Rentabilität einzelner Unternehmen und infolgedessen auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung durch. Schrumpfende Rentabilität bedeutet aber auch wachsende Verschuldung und abnehmende Kreditfähigkeit. Als erstes werden völlig marktkonform Wirtschaftssubjekte zahlungsunfähig, die wegen zu geringer Produktivitätssteigerung und versäumter Kostensenkung nicht mehr mithalten konnten. Schuld daran mag im Einzelfall persönliches Versagen sein, in der Gesamtbetrachtung blieben diese Unternehmen auf einer Rennstrecke liegen, auf der systembedingt immer weniger Teilnehmer das Rundenziel erreichen können.

Die den Geldumlauf stützende Kreditbelastung konzentriert sich – bis zur Erfindung und Propagierung des Konsumentenkredits - auf immer weniger Wirtschaftssubjekte. Dabei gilt auch: Je höher die im Rennen gehaltenen Bankkunden verschuldet sind, je größer die Zweifel an ihrer termin- und mengengerechten Zahlungsfähigkeit werden, desto größer ist ihre Zahlungsnot, desto größer die Bereitschaft, um des Überlebens willen höhere Zinsen für den Kredit in Kauf zu nehmen und mit größerer Brutalität die benötigten Zahlungsmittel zu erwirtschaften. Unternehmen scheuen schließlich auch nicht mehr vor Betrug (vorgetäuschte Rentabilität) zurück, um sich in den Besitz neuer Kredite zu bringen. (Wenn nicht von Banken, so von sonstigen Käufern ihrer Wertpapiere, Aktien etc, vgl. die Fälle Enron, A.I.G und andere). Hochzinsphasen sind die Phase 1 des sich ankündigenden Zusammenbruchs.

An dieser Stelle ist eine Bemerkung zur Inflation nötig. Nach den Neoliberalen ergibt sich die Inflation aus dem steigenden Verhältnis von umlaufender Geldmenge und der jeweils angebotenen Gütermenge. Diese vereinfachte Annahme ist, wie noch zu zeigen ist, falsch. In diesem Zusammenhang wird auch gerne ein anderes vereinfachtes Verhältnis, nämlich die so genannte Lohn/Preis- oder Preis/Lohnspirale, aus propagandistischen Gründen einseitig dargestellt. Die damit verbundenen Schuldzuweisungen lenken von der Tatsache ab, dass die Kosten einer Volkswirtschaft immer 1 : 1 ihrer zahlungsfähigen Nachfrage entsprechen (Die Buchführung macht das deutlich. Nur was auf der einen Seite als Kosten gebucht wird, Lohn, Rohstoffe, Anlagen etc kann auf der anderen als zahlungsfähige Nachfrage in Erscheinung treten. Kostensenkungen lassen die zahlungsfähige Nachfrage schrumpfen. Betriebliche Kostensenkungen (sie sind nicht mit Produktivitätssteigerungen zu verwechseln) machen nur im Verhältnis zur Konkurrenz Sinn (der Gewinn des einen, ist des anderen Verlust), aber nicht für den wirtschaftlichen Gesamtzusammenhang.

Die Vermischung von Einzelbetrachtung und Gesamtbetrachtung ergibt sich (wie das Bemühen, den Geldumlauf aus Angst vor Inflation "knapp" halten zu wollen), aus dem falschen, vom Tausch abgeleiteten Geldverständnis. Ihm erliegen Alt- wie Neoliberale. Den Käufermarkt bestimmt das Verhältnis von Geldmenge zu Warenmenge nämlich nicht. Auf dem Käufermarkt werden Geld und Waren entsprechend der vorherrschenden Geschäftserwartungen erst geschaffen. So entscheiden z.B. Erwartungen über Zinsbewegungen darüber, ob Waren (Rohstoffe etc.) vermehrt gekauft werden, um verarbeitet und als Güter auf den Markt gebracht zu werden, oder zinsträchtiges Geld (Zahlungsverpflichtungen anderer) lieber gehortet oder ihr Entstehen und damit verbundene Einkäufe eher vermieden werden. Die umlaufende Geldmenge ist eine Funktion der Geschäftserwartungen und diesen Erwartungen nachgeordnet. Für die Nachfrage der umlaufenden Geldmenge wird produziert.

Erwartet man zum Beispiel ein Ansteigen der Zinsen, also teurere Zahlungsmittel und damit höhere Preise, dann neigt man dazu, Käufe vorzuziehen. Durch die noch günstige Aufnahme von Krediten wird die Geldneuschöpfung (also die Inflation) angeregt. Erwartet man fallende Zinsen, dann hält man sich beim Kauf zurück (bis der Tiefpunkt erreicht zu sein scheint) und genießt die für die Geldhortung zuvor schon vereinbarten noch relativ hohen Zinsen. Solchen Trends durch "Öffnung der Geldschleusen" (niedrige Zinsen) bei Deflation oder ihre Drosselung (Verteuerung des Geldes) bei Inflation entgegenwirken zu wollen, verstärkt in der Regel nur die Trends. Hinter den hierzu jeweils vorgetragenen Argumenten verbergen sich notdürftig die Eigeninteressen der Finanzwirtschaft, ihre Rendite entweder durch höhere Zinsen oder durch Ausweitung der zinszahlenden Kundschaft ausbauen zu wollen.

2. Phase: Um Verluste infolge von Pleiten (das Risiko von Pleiten nimmt mit der allgemeinen Verschuldung zu) zu vermeiden, erfanden die Banken die Möglichkeit, die Kredite unsicherer Kunden in Form von Wertpapieren auf den Finanzmärkten gegen ein Zinsversprechen an ein breiteres Publikum zu verkaufen. "Die Finanzmärkte" lenken auf diese Weise Liquidität von den Gütermärkten der produzierenden Wirtschaft weg in die Finanzmärkte der Spekulanten um. Der Trend zu den Finanzmärkten steigt in dem Maße, als die Rentabilität der produzierenden Wirtschaft als Folge der allgemein schrumpfenden zahlungsfähigen Güternachfrage sinkt. Die aufgrund der Zinsen bei den Kreditgebern sich ansammelnden Zahlungsmittel suchen rentable Anlagen. Sie beginnen das unrentabel werdende produzierende Gewerbe zu meiden und sich auf "günstige" Finanzschnäppchen (mit kurzfristig hohen Renditen) zu verlegen. In der 2. Phase des Zusammenbruchs nimmt das Volumen der Finanzmärkte im Verhältnis zu dem der Gütermärkte deutlich zu. (Heute spricht man von einem Verhältnis Finanzmärkte : Gütermärkte = 99 : 1).

3. Phase: Mit der Ausdehnung der Finanzmärkte wird die Zahlungsfähigkeit, welche die Kreditausweitung über die Finanzmärkte letztlich abzusichern hat, immer unsicherer. "Der Staat" bietet Ersatz für die schrumpfende Kreditwürdigkeit der Marktteilnehmer. Der Staat kann nämlich als Garant der Zahlungsmoral mit den gleichen Druckmitteln seine Steuerzahler veranlassen, die staatlichen Schulden zu decken und wird schon dadurch "kreditwürdig". Dabei sind rechtlich gesehen Staatsschulden sittenwidrige Verträge zwischen zwei Partnern zu Lasten Dritter, zwischen Regierung und Privatbanken zu Lasten der Steuerzahler. Allerdings stimmt der Steuerzahler als Wähler der Regierung diesen Verträgen, wenn auch meist unwissend, zu und schmälert dadurch in gewisser Weise ihre Sittenwidrigkeit.

In der Regel verschuldet sich der Staat (wenn er nicht Krieg führt) vor allem als Folge der Geldpolitik der privaten Geschäftsbanken. Er versucht nämlich durch Kreditaufnahme die Wirtschaftsruhe aufrechtzuerhalten, in dem er z.B. Arbeitslose, die den Grenznutzenvorgaben der Unternehmen nicht genügen, aus dem Arbeitsmarkt nimmt und selbst beschäftigt. Die private Finanzwirtschaft vergibt Staatskredite in der Regel nur unter der Verpflichtung, dass entsprechende Staatstätigkeiten der bei den Banken verschuldeten Privatwirtschaft keine Konkurrenz machen. Der Staat bläht demnach meistens nur die Verwaltung auf oder sorgt für subventionierte, unproduktive Produktion. Die fortschreitende Staatsverschuldung entspannt zwar vorübergehend die Wirtschaftslage, aber nur, um sie mittel- und längerfristig zu verschärfen. Dem Staat gelingt es schließlich aufgrund fälliger Zins- und Tilgungszahlungen immer weniger, die dringendsten Sozialleistungen aus dem Steueraufkommen zu finanzieren. Schließlich verliert auch er seine "Kreditwürdigkeit" (bei Banken und Wählern). Deutlich ansteigende Staatsverschuldung markiert die 3. Phase des Zusammenbruchs.

4. Phase: Die Geldausweitung soll "marktgerecht" durch den wachsenden Rückzahlungsdruck der Kreditnehmer beschränkt werden. Das wird sie aber nicht. Der wachsende Zahlungsdruck verstärkt die Kreditnachfrage und damit die Geldausweitung. Um den Druck für sich zu mildern, können Banken bei der Kreditgewährung "marktwirtschaftlich" nicht begründbare Ausnahmen machen. Sie können z.B. über Schein- und Tochterfirmen für sich selbst Geld "drucken". (Da es sich um Buchgeld handelt, ist der Ausdruck "Drucken" irreleitend, das Geld wird mit der Maus am Computer geschöpft.) Sie müssen dann allerdings, um eigene Verluste zu vermeiden, auch die Absicherung solcher Kredite in die Hand nehmen. Banken können z.B. besonderen Kunden zusätzliche (über die "normale" Kreditwürdigkeit hinausgehende) Kredite dann einräumen, wenn sie andererseits dafür sorgen, dass die Kreditnehmer, um zahlungsfähig zu bleiben, die für die Rückzahlung erforderlichen Erlöse durch überhöhte Preise erzielen können. Überhöhte Preise lassen sich auf Märkten bei gegebener (Kredit-) Zahlungsfähigkeit nur durch Drosselung (Verknappung) des Güterangebots erzielen. Da alle Wirtschaftssubjekte, um zahlungsfähig zu bleiben, ein verkäufliches Angebot machen müssen und wollen, gelingt die Verknappung durch die Verweigerung von Investitionskrediten an "nicht besondere" Kunden, an Kunden, die ein Konkurrenzangebot zu dem der hoch verschuldeten "besonderen" Kunden erbringen würden. (Voraussetzung für diese Möglichkeiten ist die zunehmende Konzentration der Banken). Absichtliche Angebotsdrosselung ist die 4. Phase des Zusammenbruchs.

In der 4. Phase schlägt die Stunde der "Grünen". Sie haben ideologisch zu erklären, warum immer mehr Menschen trotz der ungeheuer gestiegenen Produktivität Not leiden müssen. Ihre Botschaft ist einfach: die Umstände der Güterproduktion gefährden die Umwelt und damit das Überleben Aller; deshalb muß sie beschränkt, "unter Kontrolle" gebracht werden. Die Kontrolle wird außer durch die erwähnte selektive Kreditverknappung seitens der Banken auch durch die Verknappung der Produktionsvoraussetzung Energie (Klima-, Antiatomkampagnen) möglich. Daneben erlauben einzelne Umweltschutzgesetze eine gewisse Feinsteuerung der Produktionsbeschränkungen. Eine entsprechend kontrollierte Meinungsmache (der Medien) sorgt dafür, dass grüne Behauptungen vom Publikum trotz wachsender Unterversorgung hingenommen werden. Die Banken fördern die grüne Agenda auch direkt durch Kredite für "unproduktive" Investitionen (z.B. reine Konsumfinanzierung oder Windmühlen). Diese treiben die allgemeine Verschuldung für die Banken gewinnträchtig weiter voran, ohne zusätzliche Angebote zu schaffen und dadurch die Preise "kaputt" zu machen. Damit ist das Endstadium vor dem Zusammenbruch erreicht.

Die Aufblähung der Finanzmärkte und die Finanzierung unproduktiver Investitionen wollen schon nicht mehr das Funktionieren der Gesellschaft gewährleisten. Sie gehören zum Poker, mit dem sich die Privatbanken für die Verteilung der Konkursmasse der Gesellschaft "positionieren". Denn diejenigen Banken, die am längsten über zahlungsfähige Kreditnehmer verfügen, können kurz vor der nun unausweichlich anstehenden "Geldreform" das, was am Gesellschaftsvermögen noch werthaltig ist, "preisgünstig" an sich bringen.

Bankenkonkurrenz hat sich und kann sich aber auch anders entladen. Eine Bankengruppe kann entdecken, dass sich beträchtliche Teile der Weltwirtschaft bei "falschen" (tyrannischen, diktatorischen, faschistischen etc.) Banken verschuldet haben. Sie kann ihren Staat davon überzeugen, diese Wirtschaftssubjekte von solchen Banken bzw. deren Staaten zu befreien, um die Opfer, wenn sie der alten Zahlungsverpflichtungen entledigt wurden, selbst neu aufschulden zu dürfen. Die jüngere Geschichte kennt dafür Beispiele.

Lösungsansätze

Eine wirkliche Lösung wird nicht der "entschränkte" Markt der Neoliberalen, sondern nur eine neue "Finanzarchitektur" bringen. Eine solche haben die NeoLibs aber nicht zu bieten. Ihrer aus der Verwechslung von Tausch und Kauf abgeleiteten Polemik liegt das Ideal einer durchgängig kleinbürgerlichen Tauschgesellschaft zugrunde. Natürlich glauben auch sie nicht, dass wieder einzelne, selbstständige Kleingewerbetreibende ausschließlich über den Austausch ihrer Erzeugnisse auf dem Markt gesellschaftlich zusammenarbeiten könnten. Derartig "überschaubare", kleinbürgerliche Idealvorstellungen sind aber mit den Freiheitsgefühlen der Bevölkerung verwoben. An sie appellieren die Neoliberalen, um sie für ihre politischen Zwecke zu nutzen.

Ihre Schuldzuweisungen an Staat und Politiker offenbaren bei aller teilweisen Berechtigung ihre eigentliche Absicht. Sie wollen von den Machenschaften der Geld schöpfenden Privatbanken ablenken, um ihnen eine möglichst freie Hand zu verschaffen. Sie nutzen die verbreiteten, kleinbürgerlichen Impulse, um in der Phase des Zusammenbruchs der Volkswirtschaft, die Wut über die sinnlose Not zu einer Massenbewegung gegen eben das Bollwerk zu führen, das die Menschen vor den Auswirkungen der Privatinteressen der Finanzwirtschaft schützen könnte und sollte, den demokratischen Staat.

Die Probleme unserer Gesellschaft lassen sich nicht rückwärtsgewandt lösen, das gilt sowohl für die Technologie wie für die Finanzarchitektur. Der Schlüssel zur Lösung der Geldprobleme liegt allerdings bei der Geldschöpfung (aller Arten von Geld). Diese darf nicht länger den privaten Händen der Finanzwirtschaft überlassen bleiben.

Die für die marktwirtschaftlichen Wirtschaftsabläufe jeweils nötigen, neuen Geldschöpfungen müssen in der Hand der politischen Vertretung des Gemeinwohls, das heißt des demokratischen Staates liegen, und sie müssen im unmittelbaren Interesse des Gemeinwohls erfolgen. Dabei hat der Staat aus Gründen der Geldwerterhaltung darauf zu achten, daß die neue Geldschöpfung ausschließlich im strikten Zusammenhang mit Realwertschöpfungen erfolgt, und darauf, dass die Realwertschöpfungen möglichst die Produktivität der Gesamtwirtschaft anheben (z.B. Infrastruktur-Investitionen). Die gelungene Produktivitätssteigerung senkt andererseits die Notwendigkeit, dem Markt Geld entziehen zu müssen, um z.B. den Geldumlauf dem Wertverlust durch Realabschreibungen oder Formen der Misswirtschaft anzupassen.

Damit werden Privatbanken nicht überflüssig. Ihnen bleibt die wichtige Aufgabe, Geld dort einzusammeln, wo es unbeschäftigt ist, weil es an gewinnverheißenden Geschäftsideen fehlt, um es dorthin zu lenken, wo dergleichen Ideen vorhanden sind. Für diese gesellschaftlich nützliche Aufgabe steht ihnen nach wie vor ein gewisser Zins als Gewinnanteil zu.

Die Führung eines Demokratischen Staates sollte zwischen sich mehr oder weniger sympathisch gebenden Wahlmaschinen (Parteien) und deren Kandidaten gewählt werden. Der Wahl muß, damit sie demokratisch sein kann, aufgrund verbindlicher Wahlprogramme erfolgen. In diesen Programmen nimmt die begründete Erörterung einen wichtigen Stellenwert ein, welche Mengen an Geld neu geschöpft werden müsse und zu welchem Zweck es Realwert schöpfend ausgeben werden soll, um wirtschaftliche Entwicklungsengpässe zu überwinden. Das setzt einen bestimmten Grad an Bildung und Informiertheit der Wähler voraus. Doch liegt das Problem weniger – wie allzu schnell behauptet - beim unzureichenden Bildungsstand der Wähler als viel mehr bei der Kultur- und Meinungsmache der Medienkonzerne.

Bei der heutigen wirtschaftlichen Verflechtung und wegen der erwähnten außenpolitisch-militärischen Lösungsmöglichkeiten (Aufschuldung) für die privaten Kreditprobleme der Großbanken, wird eine entsprechende "Geldreform" kaum in einem einzelnen Land durchzusetzen sein. Es müssen also Großraumlösungen, etwa für den Eurasischen Raum, angestrebt werden. Das heißt nicht, daß Währungsunionen wie beim Euro nötig wären. Es genügt die Zusammenarbeit mehrer Nationen aufgrund gleicher gesellschaftspolitischer Prinzipien, die sich in analogen Geldsystemen ausdrücken. Allerdings müssen diese Nationen zusammen so stark sein, daß sie nicht militärisch erpreßbar sind.


2007-01-12 18:56

Name: Dr. Helmut Bφttiger
Email:boettigerdrh@web.de
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Created : 2007-01-12 19:56 (-109 days)
Modified: 2007-01-12 20:00 (-109 days)
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