Finanzkammer der Erzdiözese Salzburg
Diözesane Bauämtertagung vom 5. – 7. 10. 2005
In Salzburg - St. Virgil

 

Die Klimakatastrophe – ein Phantom?

Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne

Sehr geehrte Damen und Herren,

für „Klimawissenschaftler“ ist allein die Überschrift eine Provokation, ja eine zielgerichtete Kriegserklärung. Die „Öffentlichkeit“ reagiert auf die Frage mit Erstauen bis Unverständnis. Nach 30jähriger Belehrung hat sie den „Klimaschutz“ verinnerlicht. Sie konsumiert jede neue Hiobsbotschaft und fügt sich ergeben in ihr Schicksal in der Hoffnung, die Strafe für ihre „Klimasünden“ werde nicht zu hart ausfallen. Die „Politik“ fühlt sich attackiert und reagiert aggressiv, denn sie hat den „Klimaschutzzug“ derart auf Hochtouren gebracht, dass sie nicht mehr unbeschadet abspringen kann. Ihr größtes Dilemma ist: Wie rechtfertigt sie die völlig ungerechtfertigten „Ökosteuern“?

Doch lassen Sie mich gleich die nächste Provokation begehen. Bevor ich beginne, möchte ich das Fragezeichen durch ein klares Ausrufezeichen ersetzen: „Die Klimakatastrophe ist ein Phantom!“

Das griechische Wort „Phantom“ umschreibt ein Trugbild, eine unwirkliche Erscheinung. Das „Klima“ begegnet uns Menschen nicht als wirklicher Naturvorgang, sondern nur als geistiges Phantombild. So wie uns abgetrennte Körperteile „Phantomschmerzen“ bereiten können, so verursacht auch das Wetter nachhaltige Schmerzen. In dem Bild von der „Klimakatastrophe“ werden unterbewusst alle Schmerzen aktiviert, die das Wetter uns je bereitet hat. Das beginnt bei Blitz, Donner und Hagel und reicht bis zu Orkanen, Sturmfluten oder Wirbelstürmen.

So sehr wir Menschen vor unserem geistigen Auge auch glauben, das „Klima“ sehen und spüren zu können, es ist ein Trugbild, ein Phantom. Das „Klima“ hat keine Wirklichkeit, ganz im Gegensatz zu dem ihm zugrunde liegenden Wetter. Dies ist quicklebendig, es ist von Natur aus unbeständig und ändert sich meist rascher, als wir es uns wünschen. Das Wetter lässt sich nur bedingt vorhersagen und steht außerhalb jedweder menschlichen Kontrolle. Es macht, was es will! Wir haben es noch nie beeinflussen und lenken können und können dies auch heute nicht. Das Wetter entzieht sich der Macht des Menschen, und das ist auch gut so. Selbst Raumfähren können nur dort landen, wo es das Wetter erlaubt.

Das Wetter zeigt dem Menschen tagtäglich seine Ohnmacht, kränkt damit seinen Größen- und Machbarkeitswahn. Wetterbeeinflussung bedeutet nicht, dass man eine einzelne Haufenwolke impft in der Hoffnung, Hagel verhindern zu können. Wetterbeeinflussung würde bedeuten, dass man die allgemeine Zirkulation verändern und die beiden Hauptakteure, die Tiefdruck- und Hochdruckgebiete, nach Gutdünken abschwächen, verstärken, umlenken könnte. Diesen Traum hegte Josef Stalin. Er versprach dem Sowjetvolk, mit „Konzentratoren“ das Wetter beherrschen und nach Belieben Sonne, Regen, Wärme, Kälte machen zu können. Er wollte mit Hilfe der Elektrizität aus der Sowjetunion einen blühenden „Garten Eden“, ein Paradies machen.

Wer das Wetter nicht „machen“ kann, kann erst recht nicht das „Klima“ beeinflussen, wie es uns permanent über die Medien suggeriert wird. Man kann sich also weder am „Klima“ versündigen, noch kann man es schützen. Dies gilt weder im lokalen noch im regionalen und erst recht nicht im globalen Maßstab. Dies weiß jeder Mensch, wenn auch nur intuitiv. Ein logisch und rational denkender „Klimaexperte“ muss es wissen, wenn er nicht als Schamane, Medizinmann, Wahrsager oder Zauberer gelten will. Die Behauptung der Klimaexperten, auch ohne um das zukünftige Wetter zu wissen, das Klima für 100 und mehr Jahre „exakt“ vorhersagen zu können, ist reines Schamanentum. Die Computer spielen dabei die Rolle von Zauberkisten. Der Input bestimmt den Output!

Um das Kapitel Phantombild abzuschließen: Die deutsche Sprache kennt drei verschiedene Begriffe – Wetter, Witterung und Klima. Das Wetter ist der augenblickliche Zustand der Atmosphäre. Wetter ist eine Tatsache, ist raue Wirklichkeit. Witterung beschreibt einen „mittleren jährlichen Wetterablauf“, wie er durch den ewigen Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten geprägt wird. Mit Witterung beschreibt man einen wirklichkeitsnahen, wenn auch nicht wirklichen Zustand. Klima hat mit der Wetterwirklichkeit nichts zu tun, es eliminiert auch den Witterungsverlauf. Klima umschreibt nach internationaler Übereinkunft das über 30 Jahre beobachtete und dann gemittelte Wetter an einem Ort. Warum nimmt man nicht 100 Jahre als Bemessungsgrundlage? Dann könnte man wirklich festlegen, was „Jahrhundertereignis“ genannt werden kann oder nicht. Ein über 30 Jahre gemittelter Luftdruckwert, ein über 30 Jahre gemittelter Temperaturwert, eine über 30 Jahre gemittelte Windgeschwindigkeit, sind abstrakte Zahlenwerte, die keinerlei Rückschlüsse auf das vergangene geschweige denn das zukünftige Wetter zulassen. 

Die Klimatologie wurde im Jahre 1814 von Alexander von Humboldt als Hilfswissenschaft der Geographie begründet. Sie ist ein „statistisches Abfallprodukt“ aus der Beobachtung und Messung von Wetterdaten. Ohne Windmesser, Barometer, Thermometer, Hygrometer, ohne Messinstrumente gäbe es keine Klimatologie. Doch nicht nur die Instrumente sind notwendig. Es müssen auch Beobachtungsnetze eingerichtet und kontinuierlich betrieben werden. Das europaweit erste meteorologische Messnetz stammt von Kurfürst Friedrich von der Pfalz. Es wurde im Jahre 1780 ins Leben gerufen, ging aber bereits 12 Jahre später bei den Wirren der Französischen Revolution zugrunde. In Deutschland gelten als Wetterbeobachtungszeiten immer noch die „Mannheimer Stunden“. Um 7, um 14 und um 21 Uhr wird die Temperatur abgelesen und daraus die Tagesmitteltemperatur berechnet. Der Sinn der Klimatologie ist eine Einteilung der Erde in diverse Klimazonen, die Beschreibung mittlerer Wetterzustände.  Klimatologie ist Statistik und hat mit Physik nichts zu tun. Die vor einigen Jahren begründete „Klimaphysik“ ist nichts als Etikettenschwindel. Die Beschreibung und Erklärung der Bewegungsdynamik der Atmosphäre, dies obliegt der Meteorologie, die von Aristoteles begründet wurde.

Es ist absolut unwahr, wenn behauptet wird, „Klimawerte“ könnte man messen. Nein, es sind errechnete, berechnete Werte. Es sind Hausnummern, die über den Inhalt eines Hauses und das Leben darin nichts aussagen. Natürlich kann kein berechneter Wert seinen Anfangswert beeinflussen. Wenn von „Klimaexperten“ ständig behauptet wird, wir würden das „Klima“ beeinflussen und diese Beeinflussung würde das Wetter veranlassen, sich zu verändern und „extremistischer“ zu werden, dann mag dies ein guter dialektischer Salto Mortale sein, mit naturwissenschaftlicher Logik hat dies aber nichts zu tun. Wahr ist im Gegenteil: ein Klimawert kann erst dann berechnet werden, wenn das Wetter vorbei ist. „Klima“ umschreibt die statistisch komprimierte Wettervergangenheit. Wenn geschehenes Wetter nicht mehr verändert werden kann, warum stellt man das daraus errechnete Klima unter Schutz? Und da das Wetter an jedem Punkt der Erde anders ist, ergibt sich aus der unendlich dynamischen Wettervielfalt deren statische „Klimavielfalt“. Symbolgebilde des Klimas sind für uns Mitteleuropäer das sommerliche „Azorenhoch“ wie das winterliche „Islandtief“. So sehr jeden Sommer das „Azorenhoch“ unsere Phantasie anregt, es ist nur ein Scheingebilde.

Im Erdkundeunterricht lernt man, dass es eine Vielzahl von „Klimaklassifikationen“ gibt, je nachdem, ob man den Schwerpunkt auf meteorologische, biologische oder botanische Daten legt. Was es auf gar keinen Fall gibt, das ist ein „Globalklima“. Es ist keine intellektuelle Leistung, aus 1000, 2000 oder 10000 Tagesmitteltemperaturen eine Jahresmitteltemperatur zu berechnen und diese zu einer „Weltmitteltemperatur“ zu komprimieren. Aber diese fiktive „Globaltemperatur“ gebiert noch längst kein „Globalklima“. Dieses Unding „Globalklima“ zum Schutzgut zu erklären und konstant halten zu wollen, das ist Ausdruck einer noch nie da gewesenen ideologischen Naturentfremdung, einer Hybris ohnegleichen. In den Augen der „Wettergötter“ degradiert sich der hochmütige Mensch zu einer absolut lächerlichen Figur. Was, wie die „Klimatologie“, seine Existenz auf statistischen Daten aufbaut, ist ohnehin keine Naturwissenschaft. Über „Kyoto“ wie den Handel mit Emissionszertifikaten wird Geld und Macht verschoben, doch kein Einfluss auf das Wetter gewonnen. Die Starkwindströmungen orientieren sich nicht an Geldströmen.

Albert Einstein hat einmal bemerkt: „Gott würfelt nicht!“ Ich sage: „Gott mittelt auch nicht!“ So wie die Soziologie das freie Individuum über Bord warf und die humane Vielfalt in der sozialen Einfalt aufgehen ließ, so komprimiert die Klimatologie die Vielfalt des Wetters zum „Klimaeinerlei“. Wer mittelt, das ist der Mensch, nicht die Natur. Sie kennt keine mittleren Zustände, sie bewegt sich zwischen Werden und Vergehen. Alles ist vergänglich, auch die Tief- und Hochdruckgebiete erleben so etwas wie Geburt und Tod. Nur der Mensch errechnet Mittelwerte, erklärt sie zur Norm, und wundert sich dann in seiner selbstherrlichen Blindheit, dass das Wetter sich nicht nach irgendwelchen Normen richtet, sondern gerade das tut, was es schon immer gemacht hat: es verhält sich „chaotisch“! Die „Klimaexperten“ sind so mittelwertfixiert, dass sie mit jeder Abweichung, jedem Extrem ein Problem haben und dahinter finstere Machenschaften vermuten. Wenn Klimapropheten wie Dr. Franz Alt allen Ernstes behaupten, dass es ohne Menschen der Welt besser ginge, dann ist dies Ausdruck einer zutiefst menschenfeindlichen und unnatürlichen Gesinnung.

Die moderne Klimawissenschaft ist ganz im Gegensatz zur klassischen Klimatologie eine Pseudowissenschaft. Es gibt kein Klima als beobachtbaren, messbaren, aktiven Naturvorgang. Das zum Schutzgut erklärte Klima existiert nicht. Die Aussage, die Globaltemperatur beträgt 15° Celsius ist statistisch so exakt wie die Aussage: Jeder Deutsche baut im Leben 0,3 Häuser oder die Reproduktionsrate beträgt 1,3 Kinder. In der Universitätsstadt Heidelberg liegt sie bei 0,88 Kindern. Derlei Beispiele gibt es zahlreiche. Dies zu statistischen Werten. Sie sind nichts als Mittelwerte, aus einer Punktwolke von völlig unterschiedlichen Einzelwerten errechnet. Statistisch gesehen ist „der“ Deutsche eine „sie“, eine Frau namens „Norma“.

Wir Menschen sind keine statistischen Geschöpfe, wir sind mit Würde ausgestattete Einzelwesen, bildlich Geschöpfe Gottes und als solche beauftragt, den „Garten Eden“ zu hegen und zu pflegen, die Erde zu kultivieren. Neben der Agrikultur ist als gleich alt oder sogar älter die Baukultur anzusehen. Wo auch immer die Wiege der Menschheit stand und wohin auch immer sich der Mensch auf der Erde bewegte, eines war vor ihm da: Das Wetter! Er musste sich ihm anpassen, sich ihm fügen, vor ihm Schutz suchen. Der Begriff „Wetterschutz“ erlaubt keine andere Auslegung als „Schutz vor dem Wetter“. Kein Mensch käme je auf die Idee, mit dem Sonnenschirm die Sonne, mit dem Regenschirm den Regen schützen zu wollen. Es ist immer nur der Mensch, der sich schützen muss, vor Blitz, Hagel, Sturm und Hochwasser, Schnee und Lawinen. Auch „Klimaschutz“ kann nach allen Regeln der Logik nur als „Schutz vor dem Klima“ interpretiert werden, nie dialektisch verbogen und zum „Schutz des Klimas“ umgedeutet werden. Was sind das für Naturwissenschaftler, die selbstherrlich die Natur auf den Kopf stellen und bewusst Ursache und Wirkung vertauschen? Im Geschäftsleben würde man solche Leute Betrüger, Lügner nennen.

Die Klimaexperten haben mit dem Phantom „Klimakatastrophe“ ein gigantisches Geschäft mit der Angst in Gang gesetzt. Sie wissen um die Ängstlichkeit und Schutzbedürftigkeit, auch der Leichtgläubigkeit der Menschen und nutzen dies schamlos aus. Es war die Wissenschaft, die einst versprach, Glauben durch Wissen zu ersetzen. Heute fordern Wissenschaftler in ideologischer Besessenheit unbedingten Glaubensgehorsam, selbst wenn es sich um die absurdesten Ideen handelt. Wer sich als Wissenschaftler nicht bedingungslos der herrschenden Meinung, dem ‚common sense’ unterwirft, der wird „ausgeblendet“. Was das in einer Mediengesellschaft mit ihrem Wissensverbreitungsmonopol bedeutet, kann sich jeder leicht ausmalen. Seine Meinung wird nicht gehört, gelesen, gesehen; er existiert nicht! Die „Klimawissenschaft“ hat den ‚point of no return’ zum Aberglauben längst überschritten.

Der Mensch hat seit Urzeiten Angst und Respekt vor dem Wetter. Jedes Wetterextrem deutete er als Strafgericht der „Wettergötter“. In keiner der zahlreichen Weltuntergangsvisionen, angefangen mit der „Apokalypse des Johannes“, fehlen Prophezeiungen über irreversible Wetterumschwünge. Wenn heute im Auftrag des Bundesumweltministeriums Klimaexperten wie Prof. Dr. Schönwiese und Prof. Dr. Cramer extremere Wetterlagen beschwören und von gleichzeitig längeren Trockenperioden, stärkeren Regenfällen und zerstörerischen Stürmen faseln, ohne jedwede Zeit- und Ortsangabe, dann ist das nichts als Kaffeesatzleserei. Das ist Scharlatanerie, reine Wetterastrologie, die mit Wissenschaft nichts zu tun hat.

Die Klimapolitik ist nichts als eine „Politik der Angst“. Natürlich hat der Mensch Angst vor dem Wetter und seiner Kraft, doch das Spiel mit potentiellen Wetterkatastrophen ist verwerflich, ethisch und moralisch nicht vertretbar. Blickt man in die Geschichte, dann ist dies sogar geistiger Diebstahl. Bereits im 3. Jahrhundert n. Chr. prophezeite Cyprianus von Karthago: „Wer sieht es nicht, dass das Universum im Niedergang begriffen ist… Die Welt selbst sagt es, indem sie durch den Verfall aller Dinge genügend Zeugnis davon ablegt, dass sie an ihr Ende gelangt. Im Winter fällt weniger Regen, der die Saat in den Feldern nährt. Im Sommer scheint die Sonne nicht mehr so warm, um die Früchte zum Reifen zu bringen. Das Frühjahr ist nicht mehr so angenehm und der Herbst weniger fruchtbar.“ Im Jahr 998 n. Chr. glaubte man wieder an den Weltuntergang. Als Vorboten der Apokalypse galten die langen Hitzeperioden und die sintflutartigen Regenfälle. Nichts, aber auch wirklich nichts, was die Klimaexperten der Welt prophezeien, ist neu; alles bewegt sich im Rahmen natürlicher Fluktuationen oder Schwankungen. Sie gab es immer und wird es immer geben.

Je weniger der Mensch die Ursachen des Wetters ergründen kann, umso größerer Spielraum bleibt für seine Phantasie. Und die kennt wahrlich keine Grenzen. Eine internationale Karawane von Klimaexperten reitet von „Klimagipfel zu Klimagipfel“, um in eintönigem Ritual, immer dieselben Gefahren an die Wand zu malen und die entsprechenden Geister zu beschwören. Angst ist schon immer, zu allen Zeiten ein Zuchtmittel der Mächtigen in der Politik gewesen. Außerdem hat der Mensch bis heute seelisch nicht die Vertreibung aus dem Paradies verkraftet. Sonst hätten Ideologien, die paradiesische Zustände propagieren, nicht so regen Zulauf. Dabei macht es prinzipiell keinen Unterschied, ob man die „Gleichheit“ der Menschen oder das „Gleichgewicht“ in der Natur zum Götzen oder Fetisch erhebt. Nichts ist gleich auf der Erde, nichts im Gleichgewicht. Das Gesetz des Lebens ist Bewegung und die setzt Ungleichgewicht voraus. Schon Heraklit Wusste: „Panta rei“ – Alles fließt! Ohne Druckgefälle weht kein Wind, ohne Neigung fließt kein Wasser und ohne Potentialgefälle kein Strom.

Das Postulat eines „Strahlungsgleichgewichts“ zwischen Sonne und Erde ist absolut naturfern und naturfremd. Die Sonne hat eine völlig andere Temperatur als die Erde, sie strahlt in völlig anderen Wellenlängenbereichen und mit einer Intensität, die erst Leben auf der Erde möglich macht. Es ist eine Perversion physikalischen wie biologischen Denkens, das Leben auf der Erde auf die Existenz von „Treibhausgasen“ und den „Treibhauseffekt“ zurückzuführen und nicht auf den göttlichen Befehl: „Es werde Licht!“ Es ist eine bewusste Irreführung und Manipulation, die Erde bildhaft zu einem „Haus“ zu machen, das von einer imaginären Glashülle umgeben sei. Die Erde soll ein „Treibhaus“ sein, dessen „Glasdach“ zwar die Sonnenstrahlen durchlasse, aber die Wärmestrahlung der Erde abfange, sie als wärmende „Gegenstrahlung“ zur Erdoberfläche zurückstrahle und am Entweichen in das Weltall hindere. Dies sei, so die einhellige Meinung der weltweiten Klimaexperten-Gemeinschaft, unstrittig. Der „natürliche Treibhauseffekt“ wird mit „33 Grad“ angegeben und als „real“ und damit wirklich bezeichnet.

Um diese Behauptung zu überprüfen, nach Karl Popper zu falsifizieren oder zu verifizieren, beziehen wir einmal Position im Weltall, auf einem Wettersatelliten in 36 000 km Höhe. Diese sind seit 1977 alle ausgerüstet mit zwei Kameras, einer für die Photographie am Tage, einer für die Nacht und den Tag. Letztere photographiert die für unser Auge unsichtbare, infrarote Temperaturstrahlung. Jedwede Strahlung, von den Röntgenstrahlen bis zu den Radiowellen, ist elektromagnetischer Natur und pflanzt sich mit Lichtgeschwindigkeit fort. Während die optische Kamera nur beleuchtete Objekte erfasst, bei Tageslicht funktioniert, kann man mit der Infrarotkamera die Temperaturverteilung auf der Erde tags und nachts messen und in Wärmebilder umwandeln. Kein Gegenstand auf der Erde bleibt bei wolkenlosem Himmel der IR-Kamera verborgen. Jeder Körper verrät sich durch seine absolute Temperatur. Sie ist ein Maß für die Intensität der Molekülbewegung, die kinetische Energie. Die thermisch betriebene Eigenbewegung der Moleküle entdeckte Robert Brown im Jahre 1827. Sie trägt nach ihm die Bezeichnung „Brownsche Molekularbewegung“. Da zudem alle Atome positive wie negative Ladungen enthalten, senden sie elektromagnetische Strahlung aus. Nach dem von Wilhelm Wien hergeleiteten „Verschiebungsgesetz“ kann man der Maximumtemperatur eine Wellenlänge zuzuordnen. Über die Infrarotstrahlung eines Körpers ist dessen Temperatur bestimmbar. Die berührungslose Temperaturmessung nutzt man zur Fernerkundung und die hat sich bestens bei der militärischen Nachtaufklärung bewährt.

Die elektromagnetische Strahlung benötigt kein Transportmedium wie die Schallwellen. Sie breitet sich auch im Vakuum aus, also im luftleeren Weltall. Bei ihrer Geschwindigkeit benötigt sie etwa achteinhalb Minuten, um die 150 Millionen Kilometer von der Sonne zur Erde zurückzulegen. Die Atmosphäre ist praktisch durchlässig, Max Planck sagte diatherman, für die elektromagnetische Strahlung. Dies gilt bereits für die Sonnenatmosphäre, trotz der etwa 25 000 dunklen „Fraunhoferschen Linien“. Sie wurden von Josef Fraunhofer im Jahre 1814 entdeckt und von Kirchhoff und Bunsen 1859 als Absorptionslinien von Gasen entdeckt. Daraus entwickelte sich als Spezialzweig der Physik die Spektralanalyse. Jedem Molekül lassen sich ganz bestimmte Absorptionslinien und identisch dazu Emissionslinien zuordnen. Wer die Gaszusammensetzung der Atmosphäre kennt, kennt automatisch die Absorptions- und Emissionslinien der „Treibhausgase“.

Wenn die thermische Fernerkundung der Erde aus dem Weltall funktioniert und durch entsprechende Wärmebilder bewiesen wird, dann kann unmöglich die Behauptung richtig sein, die „Treibhausgase“ würden die Wärmestrahlung der Erde in einer fiktiven Höhe von 6 Kilometer gänzlich absorbieren, dann zur Erde „re-emittieren“ und so den „Treibhauseffekt“ verursachen. Dieser wäre selbst nach der Logik der „Klimaexperten“ unmöglich. Wäre es so, dass die gesamte Wärmestrahlung der Erde, die ja immer mit einem messbaren Temperaturverlust verbunden ist, wieder zur Erde zurückgestrahlt wird, dann könnte immer nur der durch die Ausstrahlung verursachte Temperaturverlust ausgeglichen werden. Es würde weder wärmer noch kälter. Die Bilanz zwischen Ausgaben und Einnahmen wäre ausgeglichen.

Selbst nach den Aussagen der „Klimaexperten“ kann es keinen „Treibhauseffekt“, weder den natürlichen noch den zusätzlich anthropogen bedingten, geben. Er ist logisch wie physikalisch unmöglich. Bei der fehlerhaften Berechnung der „Strahlungsgleichgewichtstemperatur“ der Erde nehmen die „Klimaexperten“ an, dass Sonne und Erde „schwarze Körper“ seien. Nach Gustav Kirchhoff sind „schwarze Körper“ ideale Wärmestrahler. Diese Wärmestrahlung lässt sich in toto durch das Stefan-Boltzmannsche Gesetz S = s T4 berechnen. Sie ist proportional der 4. Potenz der absoluten oder Kelvin-Temperatur. Wer einmal beobachtet hat, wie rasch eine glühende Herdplatte dunkel wird, oder wie rasch sich glühende Lava abkühlt, verfestigt und schwarz wird, der kann sich ein Bild von der Intensität der Wärmestrahlung machen.

Wer sich an den Physikunterricht der Mittelstufe erinnert, weiß, dass feste und flüssige Körper zwar keine perfekten „schwarzen“, aber „graue Strahler“ sind, die über ein breites Wellenlängenspektrum kontinuierlich Strahlung emittieren. Wenn er sich dann erinnert, dass Gase dagegen nur selektiv Strahlung absorbieren können, dann gibt es nur einen logischen Schluss: Es gibt keine denkbare Gas- oder Lufthülle, die einen Strahlung emittierenden „schwarzen Körper“ an seiner Abkühlung hindern könnte. Eine Gashülle kann prinzipiell kein „schwarzer Körper“ sein. Zeichnet man die Absorptionslinien der „Treibhausgase“ in ein Spektrum, dann findet man einen Bereich, in dem keine sind. Es ist der Spektralbereich zwischen etwa 8 und 13 Mikrometer. Diesen nennt man das „stets offene atmosphärische Strahlungsfenster“. Es kann von keinem der angeblichen „Treibhausgase“ geschlossen werden, insbesondere nicht vom Kohlendioxid dessen Absorptions- und Emissionslinien bei 15 Mikrometer liegen. Hätte die Erde eine gleichmäßige Oberflächentemperatur von 15° Celsius oder 288 Kelvin, dann läge das Maximum der emittierten Infrarotstrahlung bei 10 Mikrometer, also mitten im offenen Fenster.

Der Schöpfer hat gegen alle eventuellen Dummheiten seiner Geschöpfe vorgesorgt. Es wäre auch tödlich für die Erde, wenn die Atmosphäre ein „schwarzer Körper“ wäre. Denn dann, auch diese Annahme gebietet die Logik, würde bereits die Sonnenstrahlung total absorbiert und käme erst gar nicht zur Erde durch, um sie zu erwärmen und in Licht zu tauchen. Der göttliche Befehl „Es werde Licht“ hat nur dann einen Sinn, wenn die Atmosphäre durchsichtig, transparent wie ein Dia ist, für das sichtbare Licht ebenso wie die unsichtbare Temperaturstrahlung. Wie man es dreht und wendet, alles ist „weise“ geregelt nach Gesetzen, die zu ergründen und zu verstehen die vornehmste Aufgabe jedweden Naturwissenschaftlers ist.

Dass es den „Treibhauseffekt“ in der Tat nicht gibt, beweist die Natur selbst tagtäglich auf der Erde bei klaren Strahlungsnächten. Nach der morgendlichen Aufheizung der Erdoberfläche durch die Sonne mit dem Temperaturmaximum kurz nach dem Sonnenhöchststand sinken zum Abend und während der Nacht die Temperaturen bis zum Sonnenaufgang. Dabei ist die tägliche Temperaturamplitude direkt am Erdboden immer am größten als Beweis dafür, dass der Erdboden die Energieumsatzfläche ist. Die Lufttemperatur passt sich bei Windstille immer der Bodentemperatur an. Der Boden absorbiert bei Tage die Solarstrahlung, erwärmt sich und leitet dann diese Wärme an die aufliegende Luft weiter. Bei Nacht wandelt sich der Boden von einer Heizfläche in eine Kühlfläche, wie die Bildung von „Bodeninversionen“ zeigt. Dies kann gar nicht anders sein. Wenn keine Einstrahlung mehr da ist, aber die Ausstrahlung weiter geht, dann nur auf Kosten der gespeicherten Energie der Erde und aller Körper auf ihr.

Die Wärmeausstrahlung eines Körpers ist ein immerwährender Vorgang, der völlig unabhängig von allen anderen Körpern wie der Umgebung ist. Sie kann nicht verhindert werden und hängt einzig von dessen absoluter Temperatur ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Körper wie die Erde von einer Atmosphäre umgeben ist oder nicht. Sie käme zum Erliegen bei Erreichung des absoluten Nullpunktes bei -273,16° Celsius oder O Kelvin. Die Einstrahlung und Erwärmung der Erde beschränkt sich nur auf die Tagesstunden. Da die Strahlung eines Körpers pro Flächeneinheit mit dem Quadrat der Entfernung zu- oder abnimmt, empfängt die Erde Anfang Juli etwa 100 W pro m2 weniger Strahlung als Anfang Januar. Dass es dennoch im Juli wärmer ist als im Januar, hängt zum einem von der doppelten Tageslänge ab und zum anderen von dem steileren Einfallswinkel der sich am nördlichen Wendekreis befindlichen Sonne, was dazu führt, dass eine kleinere Fläche erwärmt werden muss, wie die Vergrößerung des Schattens zwischen Sommer und Winter zeigt.

Der die These von der „Klimakatastrophe“ stützen sollende „natürliche Treibhauseffekt“ mit einem Erwärmungsfaktor von 33 Grad Celsius ist eine pure Erfindung. Daher machen sich die Klimaexperten auch nicht die geringste Mühe, ihn experimentell nachweisen zu wollen. Ihn gibt es nicht und ich sage „Gott sei Dank“. Er widerspricht jeglicher Erfahrung, insbesondere dem in der Physik völlig unstrittigen Abkühlungsgesetz von Isaac Newton. Dieses besagt, dass sich kein Körper in einer kälteren Umgebung erwärmen kann. Und die Strahlungstemperatur des die Erde umgebenden Weltalls beträgt 3 Kelvin. Kein Körper, ob lebendig oder tot, kann sich von allein erwärmen. Ein Körper kann immer nur durch Wärmezufuhr von außen erwärmt werden. Man muss unter Energieaufwand den Kaffee erhitzen. Kalt wird er dann von ganz alleine ohne äußeres Zutun, selbst in der perfektest isolierten Thermoskanne.

Die Erde wird einzig und allein von der Sonne erwärmt. Sie ist der Energielieferant und damit „Motor“ allen Lebens wie aller Bewegungsvorgänge auf Erde. Sie bewegt auch das Wetter über die allgemeine Zirkulation. Sie bringt die Luft zum „Kochen“ wie in das Wasser in einem Topf auf der Herdplatte. Diesen Vorgang nennt man Thermik oder Konvektion. Sie funktioniert nach dem Archimedischen Prinzip. Die Sonne erwärmt den Boden, dieser die Luft. Die erwärmte Luft wird leichter, steigt auf und dehnt sich aus. Die Ausdehnungsarbeit bezahlt sie mit innerer Energie und kühlt ab. Wenn der Taupunkt erreicht ist, bilden sich Haufen- oder Kumuluswolken. Was sich so alles in der Troposphäre abspielt, hängt natürlich auch von dem vertikalen Temperaturgradienten wie den Luftströmungen ab.

Die Natur wehrt sich durch Konvektion und turbulente Durchmischung irgendwie dagegen, dass in Bodennähe die Lufttemperaturen zu hoch werden. Die untere Schicht der Atmosphäre, die „Wetterküche“, wird daher auch Troposphäre oder Durchmischungsschicht genannt. In freier Natur kann man erwärme Luft beim besten Willen nicht einsperren. Auch die Wärmestrahlung kann man nicht unterbinden. In den ariden und semiariden Gebieten gäbe es ohne das „offene Strahlungsfenster“ kein Leben. Dort enthält die Luft so wenig Feuchtigkeit, dass die Steine und Pflanzen so stark unterkühlen müssen, damit sich an ihnen Tau oder Kondensniederschlag bilden kann. Allein vom nächtlichen Tauniederschlag ernährt sich die spärliche Pflanzen- und Tierwelt. Welches Beispiel man auch heranzieht, man kommt nicht umhin, die abgestimmte Logik der Naturgesetze zu bewundern. Bewundern muss man aber auch die Leichtgläubigkeit und Hörigkeit gegenüber Expertenaussagen. Sie werden unkritisch übernommen, millionenfach verbreitet und verstärkt, bis sie zum festen Glaubenssatz werden. Der erste Staatssekretär für Umweltfragen in der Bundesrepublik Günter Hartkopf sagte auf einer Beamtenbundtagung am 8. Januar 1986: Es gibt eine alte Verwaltungsweisheit, die einem beim Lesen so manchen teuren Ergebnisberichts in den Kopf kommt. Sie lautet: „Wenn man Gedanken von einer Person stiehlt, ist das ein Plagiat, stiehlt man von vielen, dann ist es Forschung.“

Auch der Mensch strahlt unentwegt, er wird kälter und ist daher unbedingt auf permanenten Wärmenachschub angewiesen. Er gehört zu den „Warmblütern“, den „Homoiothermen“. Ihr Stoffwechsel ist darauf angewiesen, dass die Körpertemperatur nahezu konstant bleibt. Der menschliche Organismus funktioniert am besten bei Kerntemperaturen zwischen 37 und 37,5° Celsius. Unser Wärmehaushalt hat die Aufgabe, unabhängig von körperlicher Aktivität und Außentemperatur möglichst genau im Zielbereich zu halten. Bei Absinken unter den Sollwert wird der Stoffwechsel angeregt und die Muskeln zum Zittern gebracht, um mehr Energie umzusetzen. Außerdem wird die Durchblutung von Haut und Extremitäten herabgesetzt, um den Wärmeverlust zu reduzieren. Allein um seine Kerntemperatur konstant zu halten, benötigt ein Mensch täglich einen Energienachschub von etwa 1600 Kcal.

Glaubt man der Evolutionsbiologen wie den Klimaexperten, dann stiegen irgendwann im Urwald die Affen von den Bäumen, um als Menschen in den Savannen weiterzuleben. Zugleich wird der Mensch als „nackter Affe“ bezeichnet. Ohne isolierendes und den Wärmeverlust durch Strahlung reduzierendes Haarkleid hätte dieser schon in der ersten Savannennacht Probleme gehabt, unter freiem Himmel nicht zu unterkühlen, zu erstarren und seinen Geist aufzugeben. Deutliche Unterkühlungssymptome zeigen sich bereits bei 35 Grad; unter 30 Grad ist das Überleben des Organismus in Gefahr. Savannennächte können bitter kalt werden. Und wenn nackte Haut 12 Stunden am Tage extremer UV-Bestrahlung durch die Sonne ausgesetzt ist, ist auch das ein Problem. Steigt die Temperatur über den Sollwert, dann wird die Haut stärker durchblutet, um mehr Wärme abzustrahlen. Zudem wird aus den Schweißdrüsen Wasser ausgeschieden, der Mensch schwitzt und kühlt sich über die Verdunstungskälte. Der Körper verträgt nun –bei steigendem Flüssigkeitsbedarf- höhere Außentemperaturen, ohne dass seine Kerntemperatur ansteigt. Der „nackte Affe“ muss also gleich am ersten Tag im absoluten Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen sein, sonst hätte er sein Überleben nicht sichern können.

Der „nackte Affe“ muss sich als erstes Kleidung besorgt haben, muss sich ein Dach über dem Kopf gebaut und er muss die Handhabung von Feuer beherrscht haben. Er muss die Signale seines Körpers richtig interpretiert und die richtigen Maßnahmen getroffen haben. Wahrlich ein Wunderwerk der Schöpfung! Er merkte sofort, dass die Erde kein Haus, kein „Oikos“ ist, sondern zur Sonne wie den funkelnden Sternen hin durchsichtig, ja offen ist. Ein Haus, auch wenn es zunächst nur aus Blättern besteht, muss der Mensch bauen, zu seinem Schutz vor der Natur, insbesondere dem Wetter. Im Evangelium (Mt 7, 21-27) mahnt Jesus die Jünger, klug zu sein und ihr Haus auf Felsen statt auf Sand aufzubauen. Die Erde ist kein Haus, schon gar kein „Treibhaus“. Das Bild vom Gewächshaus ist auf die Erde nicht übertragbar. Es ist aus Glas gebaut, um den Pflanzen über die Photosynthese das notwendige Licht zum Wachstum zukommen zu lassen. Und so ein Glashaus bietet einen geschlossenen Raum, um erwärmte Luft am konvektiven Aufstieg zu hindern, sie einzusperren. So und nicht anders erzielt man eine Temperaturerhöhung im Gewächshaus, so erzeugt man einen Treibhauseffekt. Zerstört ein böser Nachbar die Glasscheiben, dann löst sich der Treibhauseffekt in Luft auf. So gesehen ist das „Treibhaus“ nichts als ein Luftschloss im Wolkenkuckucksheim. Weil es keinen wärmenden „Treibhauseffekt“ gibt, legen die Gemüsebauern Folien über die Äcker, wird Unterglasgartenbau betrieben. Immer geht es darum, eine zu schnelle Unterkühlung und damit die Gefahr von Nachtfrösten zu mindern.

Wenn es auch in der Natur nicht existiert, so existiert es doch inzwischen in unsere Psyche, in unserer Innenwelt, im Unterbewusstsein. Hier hat es die Funktion eines Gehäuses der Hörigkeit. Das „Treibhaus“ ist ein Synonym, es ist als geistiges Gefängnis konstruiert, um uns ängstigen, uns einheizen und politisch willfährig zu machen. So wie das Gewächshaus zum schnelleren Austreiben der Saat, zur gesteuerten Züchtung von Pflanzen dient, so kann man das „Treibhaus“ als imaginäres Zuchthaus für den Menschen ansehen, damit aus dem sündigen Menschen ein guter, gehorsamer, leicht lenk- und manipulierbarer „Ökogutmensch“ wird. Die „Eine Welt“ braucht den „Einen Menschen“, das „Eine Klima“. Das Treibhaus ist eine Globalisierungsfalle. Die Wurzel allen Übels ist nicht der sündhafte Mensch, es ist, wie Papst Benedikt XVI. treffend formulierte, der „pathologische Selbsthass des Abendlandes“. Die in den 50er und 60er Jahren erfolgte Umwertung aller Werte hat zu einem Werteverfall ohnegleichen geführt. Aus unseren Köpfen ist das Bild vom „Treibhaus“ kaum noch auszutreiben, selbst nicht mit den beweiskräftigsten Argumenten.

Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass wir in einer Zeit leben, in der Demagogen, Ideologen und bestens geschulte Rhetoriker nichts anderes tun, als über die Medien zu versuchen, die geistige Autonomie des einzelnen wie sein Willensfreiheit einzuschränken und zu lenken. Mit Hilfe der Neuropsychologie wird unser freier Willen zu demontieren versucht. Es ist lange her, dass Immanuel Kant die Devise ausgab, sich aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien und den Mut zu haben, den eigenen Verstand zu benutzen. Wir leben in der Tat in einer Konsumgesellschaft. Auch die geistige Nahrung bereiten wir nicht mehr selbst zu, sondern konsumieren sie im Schnellverfahren. Ideologen sind wahre Meister in der raschen Befriedigung unseres „Bauchgefühls“, unserer unbewussten Steuerung über das vegetative Nervensystem. Ideologen wissen zu gut: das Trägheitsgesetz ist nicht nur ein physikalisches Gesetz, sondern auch eine zutiefst menschliche Eigenschaft!

Wenn uns der Vorwurf gemacht wird, dass wir die Erde krank heizen, dass die Erde Fieber habe, dann reagieren wir automatisch mit einem schlechten Gewissen, mit Schuldgefühlen. Wir gehen gar nicht der Frage nach, ob dies physikalisch möglich ist. Wir verlassen uns blind auf Wissenschaftler, denn die müssen es ja schließlich wissen. Aber Wissenschaftler sind auch Menschen mit speziellen Weltvorstellungen, Wünschen und Gelüsten. Sie sind nicht schlechter, aber auch nicht besser als jeder andere Sterbliche. Auch in den Computerlabors und Wissenschaftsstuben geht es nicht immer ehrlich zu. Dies bestätigte der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Hubert Markl, bei der EXPO 2000 in Hannover. Vor aller Welt bekannte er, dass „Lüge und Betrug integrale Bestandteile des Forschens“ sind. Schon vorher hatte 1993 das Bundesverwaltungsgericht resignierend festgestellt: „Die größten Gauner, Ganoven und Verbrecher sitzen hierzulande nicht im Knast, sondern in vornehmen Amts- und Bankstuben.“

Martin Heidegger sagte einmal treffend: „Die Sprache ist das Haus des Seins“. Von Ludwig Wittgenstein stammt die Erkenntnis: „Die Grenzen unserer Sprache sind die Grenzen unserer Welt.“ Wer die Erde als „Ökosystem“ begreift, als „Treibhaus“, dessen „Haus des Seins“, dessen Denkgebäude ist begrenzt, der kann nicht mehr zum Licht vordringen, zur Erleuchtung gelangen. Es ist wahr, dass wir behutsam und sorgsam mit den Schätzen der Erde umgehen müssen, weil die Vorräte begrenzt sind. Doch die Erde ist kein geschlossenes „Raumschiff“, das heimatlos und versorgungslos im Weltall umherirrt. Die Erde ist eine zum Weltall offene „Kugel“, die ihre Grundnahrung von der Sonne bezieht. Die Nahrung kommt als Licht in Form von Photonen zu uns. Es sind die grünen Pflanzen, die mit dem Licht über die Photosynthese aus CO2 und H2O in Nahrung umwandeln. Das Leben beginnt mit dem göttlichen Befehl: „Es werde Licht!“

Wie kann man als grüner Natur- und Umweltschützer das Kohlendioxyd als Schadstoff, ja als Umweltgift bezeichnen? Ohne Kohlendioxyd in der Atmosphäre gäbe es keine CO2- Assimilation, gäbe es keine Nahrung für Tier und Mensch, gäbe es keinen Sauerstoff, um die Nahrung in unseren Körpern zu verbrennen und der Natur über die Atmung wieder das lebensnotwendige CO2 zurückzugeben. Bevor die Menschheit daran geht, alles emittierte Kohlendioxyd zu „sequestrieren“ und in unterirdische Hohlräume zu verbannen, sollte man sich die Bedeutung folgenden Satzes klarmachen, der am Eingang des Botanischen Gartens in Berlin steht: „Hab’ Ehrfurcht vor der Pflanze, alles lebt durch sie!“