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Peter Rauch
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  • Zusammenstellung zu den Folgen der Energiewende

    Posted by retep11 on November 4th, 2013

    Quelle: Sonder-Information von NAEB e.V. mit WEB-Seite www.naeb.de Ausgabe 2013 –10.3
    Autor: GĂŒnter Unseld

    Einige exemplarische FĂ€lle zu den Folgen der Energiewende:

    Gießerei Heger-Ferrit in Ort Sembach bei Kaiserslautern Insolvenz

    Stahlguss Betrieb mit 60 BeschÀftigten gem. FAZ 5.9.12 Insolvenz

    Hydro Aluminium in Neuss Verlagerung

    Alu Norf in Neuss Teilstilllegung

    S+C bei Gummersbach InsolvenZ

    GuD Kraftwerk in Irsching Abschaltung

    Edelstahl Outokumpu Werk Bochum Stilllegung

    Weitere Edelstahlwerke Outokumpu Stilllegung

    Deutsche Bahn, Verlust der Privilegierung

    Textil Veredelungsfirma Drechsel in Selb Klage gegen EEG

    Kalkwerk Flandersbach Stilllegung

    BASF Amoniak-Werk Verlagerung

    Im Folgenden die Details zu den Beispielen:
    Einige Beispiele, wie sich das EEG Gesetz auf GeschÀftsmodelle von Industrie Branchen auswirkt :

    Beispielhaft fĂŒr den Stromverbrauch in der Industrie soll hier ein kleiner mittelstĂ€ndiger Betrieb mit 60 ArbeitsplĂ€tzen stehen – die Gießerei Heger-Ferrit in dem kleinen Ort Sembach (bei Kaiserslautern).

    Die Gießerei produziert tonnenschwere Eisenteile u.a. fĂŒr WindrĂ€der, exportiert wird in die USA und die Schweiz. Im Jahr werden dafĂŒr 12 Millionen kWh Strom verbraucht. Die Firma ist deshalb von der Stromsteuer (fast) und der EEG Umlage befreit, und bezahlt (2012) somit 10,5 Ct./kWh. Wenn diese VergĂŒnstigungen wegfallen wĂŒrden, dann wĂ€re die kWh bei 15,5 Ct.. Damit wĂ€re das GeschĂ€ftsmodell der Firma ruiniert – sie mĂŒsste die Gießerei z.B. nach Frankreich verlagern oder wĂŒrde Konkurs anmelden mĂŒssen.

    Dazu passt das Ergebnis einer Umfrage bezĂŒglich des Strompreises, das in der FAZ am 5.9.2012 beschrieben wurde:

    Danach haben einige Industrie-Branchen (Metall, Chemie, Maschinenbau) untersucht, wie die sich abzeichnende Energiewende mit den damit verbundenen hohen Stromkosten sich auf die Firmen auswirkt. Das erste, was dabei heraus gekommen ist, ist der hohe Grad der Verflechtung mit Energie intensiven Unternehmen. Faktisch 100% der Unternehmen in der Metallbranche haben energieintensive Lieferanten. In der Chemiebranche liegt dieser Anteil bei 90%, ebenso im Maschinenbau. Rund 70% des verarbeitenden Gewerbes profitieren dabei von der Innovationskraft energieintensiver Unternehmen.

    Dabei wird betont, dass der Maschinen- und Anlagenbau die geschlossenen Wertschöpfungsketten und die Innovationsnetzwerke zwischen Chemie, Maschinenbau, und Stahl benötigt. Diese robusten Lieferketten sind die Basis fĂŒr die Export Erfolge der deutschen Industrie. Deshalb auch die Forderung an die Regierung, dass energieintensive Teilbranchen nicht abwandern dĂŒrfen, weil der Strompreis aus dem Ruder lĂ€uft.

    Als Beispiel wurde ein Stahlguss Betrieb mit 60 BeschĂ€ftigten genommen, dessen Stromverbrauch so hoch ist, dass er unter die EEG Ausnahmeregelung fĂ€llt (also kWh ohne die EEG Kosten). WĂŒrde er den ’normalen‘ kWh Preis bezahlen, wĂ€re er in kurzer Zeit insolvent.

    Ende Sept. 2012 ging ein Brief vom VCI (Verband der chem. Industrie) an das Bundeskanzler Amt, der vor den Risiken der Energiewende warnte. Die energieintensive Branche, die 8% des Stroms verbraucht, sorgt sich vor neuen möglichen Belastungen aus dem EEG Gesetz. Eine Strompreis Erhöhung um 1 Ct.. wĂŒrde die Produktionskosten um 500 Millionen Euro pro Jahr verteuern. Der VCI will durch den Brief sicherstellen, dass die Groß-Unternehmen der Chemie Branche auch weiterhin von der Umlage befreit bleiben. Wie Energie-effizient die Branche heute schon arbeitet, geht daraus hervor, dass die Produktion zwischen 1990 und 2010 um 58% gestiegen ist, der Energieverbrauch in dieser Zeit dagegen um 20% gesunken. In einigen Bereichen nĂ€hert sich der Energieverbrauch dem technisch möglichen Minimum.

    Auch in der Aluminium Branche sind die Stromkosten entscheidend fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit. Der norwegische Produzent Hydro Aluminium findet es falsch, wenn in den Debatten bei uns hĂ€ufig Industrieproduktion und Klimaschutz als unvereinbar angesehen werden, denn ohne Aluminium in Stromleitungen, Solar Modulen (die fertigen Module enthalten einen sehr hohen Anteil an Alu ) oder Autos ist die so genannte Energiewende nicht zu schaffen. Hydro Aluminium produziert bei Neuß das Aluminium in einer lĂŒckenlosen Wertschöpfungskette von der Schmelz Elektrolyse (sehr Strom-aufwendig) bis zum Halbzeug. In nĂ€chster Nachbarschaft steht das grĂ¶ĂŸte Walzwerk der Welt, einige km weiter eine große Aluminium Veredelungsanlage, bei der u.a. Alufolien und Lithographie Platten hergestellt werden. FĂŒr deren PremiumqualitĂ€t ist die Schmelzelektrolyse unverzichtbar. Vor einigen Jahren wurde wegen der hohen Stromkosten die Aluminium Produktion auf 20% der ursprĂŒnglichen Produktion gedrosselt und entsprechend mehr Vormaterial fĂŒr die Walzwerke importiert. In der Zwischenzeit hat die EU Kommission der Aluminium Industrie eine Erstattung der im Strompreis enthaltenen Kosten fĂŒr CO2 Emissionen zugestanden. Damit soll die Produktion wieder auf jĂ€hrlich 150 000 Tonnen verdreifacht werden. In Quatar hat Hydro jetzt eine AluminiumhĂŒtte fĂŒr den Betrieb mit dem billigen dort vorhandenen Erdgas gebaut, die dreimal grĂ¶ĂŸer als die Neußer HĂŒtte ist. Wenn in dem Neußer Walzwerk einmal Modernisierungsinvestitionen anstehen, werden diese wahrscheinlich auch bzw. eher in Quatar gemacht werden. Schon heute ist die Befreiung von der EEG Umlage (und der Stromsteuer) fĂŒr die Aluminium Industrie existenziell.

    Am 8.11.2012 war der sogenannte Energiewende Kongress des BDI in Berlin. Nach einer dort vorgestellten Studie nehmen die Kosten zum Umbau unserer Energiesysteme enorm zu. Bis 2030 mĂŒssen danach 350 Milliarden Euro in die Stromversorgung investiert werden (ohne die Energiewende wĂ€ren das nur 150 Milliarden). Wenn die Flickschusterei so wie 2012 weiter gehen wĂŒrde, wĂ€ren das sogar noch mehr. Auch die Vorgabe der Regierung, bis 2020 etwa 10% des Strombedarfs einzusparen, erweist sich schon 2012 als nicht machbar. Selbst wenn die Industrie von den zunehmenden EEG Kosten ausgenommen wird, wĂŒrden die Kosten von Energie bis 2030 bis um 35% höher sein. Der BDI sagt dazu, fĂŒr die Industrie ’seien die Daten zur Wirtschaftlichkeit beunruhigend tiefrot‘ .

    Ohne die Ausnahmen im EEG Gesetz fĂŒr Energie-intensive Unternehmen stehen ArbeitsplĂ€tze zur Disposition.

    Die Wirtschaftsvereinigung Stahl hat im November 2012 durch ein treffendes Bild dargestellt, was die deutsche Stahlindustrie mehr bewegt als die abflauende Konjunktur im Herbst 2012. „ Auf Höchstleistung getrimmt, stellt sich der deutsche Teilnehmer (also die Stahlindustrie) beim Sprintlauf in Berlin der Konkurrenz aus China, den USA und Russland. Aber seine Erfolgsaussichten tendieren gegen Null, denn wĂ€hrend die anderen Sprinter freie Bahn haben, muss der Deutsche hohe HĂŒrden nehmen : Schnell ansteigende Strompreise, Energiesteuer, EEG Umlage und CO2 Emissionshandel bremsen ihn aus“ .

    Obwohl die Stahlindustrie zu den BegĂŒnstigten des EEG Gesetzes gehört, steigt die Umlage im Jahr 2013 auf 260 Millionen € (ohne diese Entlastung wĂ€ren es sogar 1,35 Milliarden €). Thyssen-Krupp zahlt 2012 noch 80 Millionen € , 2013 bereits 120 Millionen €. Wenn jetzt ein erhöhter Preis fĂŒr die CO2 Zertifikate noch dazu kommt, dann wirkt sich das auf erhöhte Produktionskosten des Rohstahls aus. Z.B. wenn der Zertifikatspreis von 7 € auf 10 € ansteigt, verteuert das die Tonne Rohstahl um 16 €.

    Das mittelstĂ€ndische Edelstahl Unternehmen S+C bei Gummersbach hat sich als Spezialist fĂŒr extrem belastbare Edelstahl Rohre fĂŒr die Petrochemie international einen Namen gemacht. Mit neuen Werkstoffen beim Einsatz in Biomasse Kraftwerken leistet sie jetzt auch einen Beitrag zur Energiewende. Jetzt ist die Firma besorgt ĂŒber den Kostenschub beim Strom ĂŒber die erhöhte EEG Umlage, der jetzt die Firma 1,3 Millionen € mehr kostet.

    Der deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) stellt in einer Studie im Dez. 2012 fest, dass „jedes dritte Unternehmen sich konkret damit beschĂ€ftigt, erneuerbare oder konventionelle Energie selbst zu erzeugen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund wachsender Zweifel an der Versorgungssicherheit“. Industrie und Handel sehen sich durch hohe Strompreise immer stĂ€rker belastet.

    Im Oktober 2012 wurden 2300 Unternehmen befragt um die Themen Energiepolitik und Versorgungssicherheit. In seinem skeptischen Grundton bestĂ€tigt das ‚Energie-Wende Barometer‘ Befragungen anderer Institutionen. Auf einer Skala von minus 100 (sehr negativ) bis plus 100 (sehr positiv) wird die Energiewende mit minus 12,6 bewertet, wobei die HĂ€lfte der Unternehmen mit diesem Begriff einen RĂŒckgang ihrer WettbewerbsfĂ€higkeit verbindet.

    Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) mit ihrem PrĂ€sidenten Ivo Gönner bezog Ende Dezember 2012 zu der Energiewende Stellung. Die Meinung ist, dass die jetzige Energiepolitik die Stromversorgung an den Rand des Zusammenbruchs fĂŒhrt. Durch den gewaltigen Ausbau der erneuerbaren Energien und durch den damit verbundenen niedrigen Strompreis an der Börse sind es nur noch die ’schmutzigen‘ Braunkohle Kraftwerke, die unter diesen Bedingungen Geld verdienen. Moderne, hoch effiziente Kraftwerke rechnen sich nicht mehr. Er meint, wenn das so weitergeht, hat man nur noch abgeschriebene ‚Dreckschleudern‘ und ĂŒbersubventionierte Erneuerbare am Netz. Auch der VKU will neue fossile Kraftwerke, die sich ĂŒber ‚KapazitĂ€tsmĂ€rkte‘ (also allein ĂŒber die Bereitstellung von Leistung) rechnen. Der Aufbau dieser notwendigen ReservekapazitĂ€t von 3900 MW wĂŒrde zwischen 80 und 280 Milliarden Euro an Investitionskosten benötigen (umgelegt auf die Verbraucher?). Gönner fasst die Meinung des VKU so zusammen :

    „ So wie bisher geht es nicht weiter. Der Preis fĂŒr die CO2 Zertifikate ist im Keller (d.h. deren Beitrag in den Erneuerbaren Energien Fonds ist faktisch gleich Null) , die Förderung der Erneuerbaren schießt durch die Decke, die energie-intensive Wirtschaft verlangt immer mehr Ausnahmen, und andere rufen nach Sozialtarifen fĂŒr die Armen. Jeder hat ein berechtigtes Interesse, aber es gelingt nicht, das zu einer Strategie zu bĂŒndeln. Letztlich fĂŒhrt das heutige Energie Modell dazu, dass es Vorsorgungs EngpĂ€sse gibt, auf die dann wieder mit Schnellschuss Verordnungen reagiert wird.“

    Ein markantes Beispiel dafĂŒr ist das von E-on gebaute GuD Kraftwerk in Irsching, das ein technisches Vorzeigeprojekt war, heute (12/2012) aber unrentabel ist. FĂŒr einige kleinere Gesellschafter (z.B. Stadtwerk NĂŒrnberg) bedeutet das jĂ€hrliche Verluste von bis zu 10 Millionen Euro. Sie drĂ€ngen deshalb auf eine Abschaltung dieser Anlage.

    Im April 2013 wurde beschlossen, das Kraftwerk weiter zu betreiben, und die Verluste ĂŒber eine Subvention auszugleichen, die auf den Strompreis umgelegt wird (‚KapazitĂ€ts‘ Markt Kosten). Es wurde dabei betont, dass das eine Ausnahme ist

    Thyssen/Krupp gibt Edelstahl Sparte ab.

    Zum Jahreswechsel 2012 / 2013 verkaufte Thyssen / Krupp sein defizitĂ€res Edelstahl GeschĂ€ft zusammen mit der Tochter VDM an den finnischen Konzern Outokumpu, wobei der Verkauf ĂŒber einen Aktientausch getĂ€tigt wurde d.h. Thyssen/Krupp hat jetzt 30% der Outokumpu Aktien. Die ausgegliederten Teile wurden umfirmiert in eine Outokumpu Nirosta GmbH und in eine Outokumpu VDM Gmbh. FĂŒr beide beantragte Outokumpu wegen Strom-intensiver Produktionsverfahren den Erlass der EEG Umlage, da ‚beide Unternehmen mit Produzenten und Produktionsstandorten konkurrieren, die von deutlich besseren Rahmenbedingungen fĂŒr energieintensive Industrien profitieren‘. Beide AntrĂ€ge wurden vom Bundesamt fĂŒr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle abgelehnt. Durch diese Ablehnung und wegen der gesunkenen Edelstahl Preise steckt jetzt aber auch Outokumpu in einer Krise und muss auf einen rigorosen Sparkurs einschwenken. Der Standort Bochum wird jetzt komplett geschlossen, die geplanten Investitionen in Krefeld sollen drastisch reduziert werden. Die Outokumpu VDM GmbH soll jetzt von der Mutter Firma weiter verkauft werden. Unter Thyssen/Krupp galt VDM mit seinen 2000 BeschĂ€ftigten lange als Gewinn Bringer. Schon ein Jahr vorher hatte Thyssen/Krupp die Energie-intensive Umformtechnik mit 25000BeschĂ€ftigten verkauft.

    Seit 2004 ist der Schienenverkehr von der EEG Umlage befreit. Ab 2014 soll nun diese Befreiung weggenommen werden – d.h. die Schienen Unternehmen mĂŒssten dann auch voll die EEG Umlage bezahlen. Das bedeutet Mehrausgaben von 230 Millionen Euro. Je nach dem Verkehrsverbund wird dann mit einem Anstieg der Fahrpreise um bis zu 7% gerechnet. So hat die Bahn schon gedroht, wenn sie den vollen EEG Satz bezahlen mĂŒsste, dass das ihre Energiekosten so verteuern wĂŒrde, dass sie die Bahnpreise um ca 7% anheben mĂŒsste. So zeigt sich, dass die EEG Kosten letztendlich immer beim Verbraucher landen – entweder ĂŒber ihren Strompreis oder indirekt ĂŒber Verteuerungen von Waren oder Dienstleistungen. Ende 2013 werden das um die 250 Euro fĂŒr jeden unserer 80 Millionen BundesbĂŒrger sein (incl. Babies) , Ende 2014 dann 300 Euro.

    Der Interessenverband stromintensiver Betriebe (EID) ist jetzt (MĂ€rz 2013) besorgt, dass die von Altmaier ausgerufene ‚Strompreis Bremse‘ bewirkt, dass die EEG VergĂŒnstigungen fĂŒr Strom-intensive Betriebe ‚ausgedĂŒnnt‘ werden. Als Beispiel dient das Kalkwerk Flandersbach, in dem mit 400 BeschĂ€ftigten jĂ€hrlich 8 Millionen Tonnen Kalksteinbruch zu Brandkalk verarbeitet werden, der als Rohprodukt an die Stahl- und Eisenindustrie im nahen Ruhrgebiet geliefert wird. DafĂŒr werden jĂ€hrlich 250 Millionen kWh Strom benötigt. Das Werk ist heute von einem Teil der Netzentgelte und der EEG Umlage befreit, so dass es den Strom zu 10 Ct./kWh beziehen kann. Damit ist dieses Werk wie andere Strom-intensive Betriebe der Metallindustrie, der Papierbranche, Baustoff- und Chemieindustrie zum Buhmann der Energiewende geworden, deren Befreiung von den EEG Kosten von den Verbrauchern getragen werden muss. Nach den PlĂ€nen von Altmaier sollen dieses Branchen jetzt auch an den EEG Kosten beteiligt werden – die genauen Anteile und GrĂ¶ĂŸen werden zur Zeit wie auf einem Bazar verhandelt. Der EID gibt zu bedenken, dass er indirekt 800 000 ArbeitsplĂ€tze vertritt, die durch Strompreis Erhöhungen zur Disposition stehen. Allein in der Zementindustrie wĂŒrde sich jeder Arbeitsplatz um 25 000 Euro im Jahr verteuern, wenn die EEG Umlage zu 100% bezahlt werden mĂŒsste.

    Ein Beispiel hierfĂŒr ist das Aluminium Walz- und Schmelzwerk Norf Gmbh bei Neuss, die mit einer benachbarten AluminiumhĂŒtte von der Norsk Hydro zusammenarbeitet. Wegen der hohen Strompreise musste die HĂŒtte auf Sparbetrieb heruntergefahren werden. Ein Cent zusĂ€tzlich im Strompreis wĂŒrde den restlichen Gewinn auf Null reduzieren. Das Neusser Walzwerk muss jetzt viele Vorprodukte von der Konkurrenz in Russland oder vom Golf einkaufen. Zusammenfassend lĂ€sst sich sagen, dass Strompreiserhöhungen in diesem Industrie Sektor dazu fĂŒhren werden, dass einzelne Firmen ‚absaufen‘.

    Die Textil Veredelungsfirma Drechsel GmbH im bayrischen Selb mit 140 Mitarbeitern verbraucht etwa 3,5 Millionen kWh im Jahr. Vor 10 Jahren lag die jĂ€hrliche Stromrechnung noch bei 14 000 Euro. Heute liegt sie bei 184 695 Euro und fĂŒr 2014 muss man mit ca 245 000 Euro rechnen. Die Firma fĂ€llt nicht unter die HĂ€rtefall Regelung, bei der die EEG Umlage nicht gezahlt werden muss. Die Drechsel GmbH hat jetzt gegen das EEG Gesetz geklagt, die Klage ist zur Zeit (Juni 2013) anhĂ€ngig beim BGH. Falls das BGH der Verfassungs-Widrigkeit des EEG Gesetzes recht gibt, wird sie zum Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung weiter gereicht.

    BASF: Zusammen mit dem norwegischen DĂŒngemittel Produzenten Yara plant BASF den Bau einer chemischen Großanlage in den USA zur Herstellung von Ammoniak ( NH3 ). Es geht dabei um eine Milliarden Investition. Ammoniak ist eine der meistproduzierten Chemikalien und erfolgt ĂŒber das Haber/Bosch Verfahren aus den Elementen Wasserstoff und Stickstoff. Ammoniak ist ein wichtiges Vorprodukt fĂŒr alle Arten von Kunststoffen, Schaumstoffe und Leim. Die norwegische Firma Yara benötigt Ammoniak zur Herstellung von StickstoffdĂŒngern.

    Auf einer Tagung am 29.10.2013 ( vom ICFW – International Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten) legte der Vorstandsvorsitzende von BASF noch einmal nach. Der global tĂ€tige Konzern verbraucht selbst viel Energie – insofern sind fĂŒr ihn auch die Energiepreise auf der ganzen Welt relevant. Der Vorschlag von BASF geht dahin, dass auch in Deutschland deshalb ein Test des Schiefergas Fracking durchgefĂŒhrt werden muss, um dessen Umwelt VertrĂ€glichkeit zu demonstrieren. Zur Zeit wird nur 14% des deutschen Gasverbrauchs hier gefördert, und die konventionelle Gasförderung ist rĂŒcklĂ€ufig. GegenĂŒber den USA mit deren Schiefergaskosten von 1/3 des hiesigen Preises komme BASF hier in Deutschland immer mehr in Wettbewerbs Schwierigkeiten (deshalb auch die oben erwĂ€hnte Groß-Investition in den USA). Angesichts der gesicherten Schiefergas Vorkommen hier, durch die Deutschland 10 Jahre lang Selbstversorger sein wĂŒrde, sei solch ein Test unumgĂ€nglich, da sonst langfristig die Energie-intensive Industrie hier abwandern wĂŒrde – zumal auch die Stromkosten durch eine Reform des EEG Gesetzes ‚zukunftsfĂ€hig‘ gemacht werden mĂŒssten. BASF sei zuversichtlich, dass auch die Politik das Problem erkannt hat.

    Auf einer Tagung in DĂŒsseldorf Anfang Sept.2013 bemerkte der Verband des deutschen Einzelhandels HDE ‚das EEG Gesetz ist in der jetzigen Form nicht mehr Zukunft fĂ€hig. Ein durchschnittlicher Supermarkt muss Anfang 2014 mit einer Erhöhung der EEG Umlage um 6000 Euro auf dann 32 500 Euro rechnen‘. Da diese Erhöhung auf die Warenpreise umgelegt werden muss, zeigt, wie das EEG Gesetz zur allgemeinen Teuerung beitrĂ€gt.

    Auf einer Pressekonferenz Ende Okt.2013 sprach sich der Verband der chem. Industrie (VCI) fĂŒr eine EEG Reform aus, um die WettbewerbsfĂ€higkeit der mittelstĂ€ndischen Chemie Unternehmen nicht weiter zu gefĂ€hrden. 2014 wird das EEG die chemische Industrie knapp eine Milliarde Euro kosten – und das trotz der Entlastung durch die HĂ€rtefallregelung. Die Belastung aus der EEG-Umlage fĂŒr die deutsche Chemie steigt damit im kommenden Jahr um rund 23 Prozent. Das bekommt nahezu die gesamte Branche zu spĂŒren. Rund 90 Prozent aller Chemie-Betriebe in Deutschland zahlen die volle EEG-Umlage“.

    Um stabile Strompreise zu erreichen sei ein vorlĂ€ufiger Förderstopp fĂŒr Erneuerbare Energien unumgĂ€nglich bis eine EEG Reform erreicht sei. Eine solche Reform mĂŒsse die deutsche Energiewende auch in den europĂ€ischen Kontext stellen und darĂŒber hinaus die internationale Preisentwicklung auf den EnergiemĂ€rkten berĂŒcksichtigen. Vor allem der Schiefergas Boom in den USA habe zu sinkenden Energiepreisen gefĂŒhrt, wodurch sich die Wettbewerbsposition der US Industrie deutlich verbessert habe. „Im Umkehrschluss heißt das fĂŒr Deutschland: Die Energiepreise dĂŒrfen nicht durch eine verfehlte Energiepolitik noch weiter in die Höhe getrieben werden.“

    Ein ungewöhnlicher Appell erfolgte im Oktober 2013 zum Auftakt der Koalitionsverhandlungen.

    Die IG Metall, IG Bergbau Chemie Energie, der BDI (Bundesverband der deutschen Industrie) und der BDA (Bundesverband der Arbeitgeber) hatten sich mit einem gemeinsamen Appell an die Öffentlichkeit und an die VerhandlungsfĂŒhrer gewandt. Die Umsetzung der Energiewende erfĂŒlle sie ‚mit großer Sorge‘, das bisherige System der Ökostrom Förderung könne ’nicht so bleiben wie es derzeit ist‘.

    In der Zwischenzeit hĂ€tte die Energiewende zu einem großen Investitionsstau gefĂŒhrt – von dem Netzausbau, dem Bau der Meereswindanlagen, der Frage der Finanzierung notwendiger konventioneller Kraftwerke (KapazitĂ€tsmarkt ? ). Zugleich blieben Investitionen in der weiter verarbeitenden Industrie aus, die auf wettbewerbsfĂ€hige Energiepreise angewiesen seien, und damit wĂŒrden jetzt ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrdet und geschlossene Wertschöpfungsketten zerstört. Das EEG sei unverkennbar einer der GrĂŒnde fĂŒr die deutliche Strompreis Erhöhungen. Dieser Anstieg mĂŒsse aber gestoppt werden „Unternehmer und Verbraucher brauchen in Zukunft verlĂ€ssliche und bezahlbare Strompreise. FĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit der deutschen Industrie ist das eine notwendige Zielsetzung“. Weiterhin sei auch eine zielgenaue Entlastung energieintensiver Unternehmen notwendig.

    Soweit eine kleine Beispielsammlung. Und wo sollen Ihre Kinder und Enkelkinder demnĂ€chst einen Arbeitsplatz finden. Werden Sie endlich wach und sehe die Ereignisse im Kontext und machen bei uns mit, damit wir bald auch so was auf die Beine bringen wie die Franzosen und die oben genannten Deutschen Ökofaschisten endlich in ihre Schranken verwiesen werden:
    http://forms.naeb.info/Beitritt.htm

    22 Responses to “Zusammenstellung zu den Folgen der Energiewende”

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